#castor-TICKER Ahaus

Ticker zum Protest gegen die Atommüll-Lawine von Jülich nach Ahaus.

Castor-Briefe an Wüst, Neubaur und Reul

21. Januar 2026

Mit Schreiben an NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) sowie Innenminister Herbert Reul (CDU) versuchen die Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland und Jülich sowie der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) neuen Schwung in die politische Castor-Debatte zu bringen. Die Anti-Atom-Organisationen fordern von Wüst und Neubaur eine Einladung an die Bundesregierung zu Last-Minute-Gesprächen, um die Weiterlagerung des Jülicher Atommülls vor Ort zu ermöglichen.

„Wenn NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst wirklich auf jeden Castor gut verzichten kann, wie er letzten Sommer gesagt hat, dann muss er jetzt endlich die Initiative ergreifen, um die hochriskante Atommüll-Lawine für NRW zu verhindern“, so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

zur ganzen Pressemitteilung geht es hier

Castor über Duisburg? Infoveranstaltung am 22.1.

19. Januar 2026

Möglicherweise liegt die A42 im Duisburger Norden auf der Atommüll-Strecke der Transporter von Jülich nach Ahaus, berichtet die WAZ. Darum lädt der BUND Duisburg am Donnerstagabend, 22. Januar, zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung ins Soziokulturelle Zentrum Stapeltor. Kerstin Ciesla, stellvertretende Vorsitzende des BUND NRW und Vorsitzende des Duisburger Kreisverbandes wird ab 18.30 Uhr über die Geschichte des Atommülls in Jülich, die ursprünglichen drei Optionen für den Müll, die Klagen des BUND und über das Gutachten zu Terrorgefahren bei Castor-Transporten sprechen.

Die Probetransporte führten Ende 2023 auf Duisburger Stadtgebiet durch das Autobahnkreuz Kaiserberg (A3/A40), das Kreuz Duisburg (A40/A59), die A59 und die A42. Diese Route ist wegen der Ablastung der maroden Berliner Brücke (A59) auf 40 Tonnen nicht mehr möglich – ein Castortransporter wiegt insgesamt etwa 130 Tonnen. Eine mögliche andere Route führt über die A42, die unmittelbar durch Beeck und Beeckerwerth geht, aber auch an Baerl, Hamborn, Neumühl und Bruckhausen vorbei. Die Streckenführung unterliegt der Geheimhaltung.

mehr zu in unserer Streckenrecherche

150 bei Mahnwache in Ahaus

18. Januar 2026

Etwa 150 Menschen haben heute in Ahaus an einem „Sonntagsspaziergang“ teilgenommen. Die Mahnwache vor dem Rathaus war Teil der Proteste gegen die angekündigten 152 Atommüll-Transporte aus Jülich über die Autobahn nach Ahaus. Wann diese „Lawine“ startet, ist bislang nicht bekannt.

Schon am 24. Januar findet die nächste Protestaktion statt: in Bottrop an der A2, vermutlich Teil der Transportstrecke, ist eine Demo angemeldet. Auf der heutigen Kundgebung angekündigt wurde zudem eine nächste große Demo in Ahaus am 7. März.

Strecken-Recherche

16. Januar 2026

Grundsätzlich sind Transportroute und -zeitpunkt geheim. Es gibt natürlich viele Möglichkeiten für die LKW-Transporter aus Jülich über die Autobahnen Ahaus zu erreichen. In unserer Streckenkarte haben wir die wahrscheinlichste Route eingezeichnet (blau). Einige Streckenabschnitte scheiden wegen des Gewichts der Castoren aus (Brückennutzung: Zwei Castor-Testfahrten führten durch Duisburg – über die Berliner Brücke (A59). Obwohl diese Strecke für Schwertransporte nicht mehr infrage kommt).

Beide Probecastor-Transporte mit leeren Behältern im November 2023 (lila, Details siehe unten) fuhren nördlich von Düsseldorf ein wenig Zickzack, was vermutlich mit einem notwendigen Logistikstopp zu tun hatte.

Strecke und Fahrzeiten des Probecastors am 8./9. November 2023:
Um 22:06 Uhr ist der Probecastor mit einem Großaufgebot der Polizei am Forschungszentrum Jülich gestartet. Über die B56 bis zur A44 hat er ca. 30 Minuten gebraucht. Von dort ging es über die A44 und dann die A46 zur A57 Richtung Krefeld. Um 23:29 Uhr ging es auf der A44 über den Rhein und durch den Düsseldorf Flughafentunnel. Um 23:49 war der große Konvoi auf der A52 Richtung Kreuz Breitscheid/ Oberhausen. Ab 0.00 Uhr ist der Probe-Castor auf der A3 Richtung Oberhausen unterwegs. Überraschend dann bei Kaiserberg ein Umweg über die A 40, die A 59 und dann die A42 zurück zur A3. Von dort ab ca. 0.45 Uhr bei Bottrop auf die A31. Ankunft in Ahaus dann kurz nach 2 Uhr – plus 40 Min. Rangierzeit im Eingangsbereich des Zwischenlagers. (Quelle)

Strecke und Fahrzeiten des Probecastors am 21./22. November 2023:
Um 22:02 Uhr verließ der Probecastor das Gelände des Forschungszentrums Jülich. Zu Beginn war der Konvoi etwas schneller unterwegs als beim ersten Mal und hat um 22:50 Uhr die A46 erreicht, gegen 23:00 Uhr Düsseldorf. Die Route führte weiter über die A44 Richtung Düsseldorf Flughafentunnel. Dann ging es über die A52 zum Kreuz Breitscheid und wie beim letzten Mal über die A3 nach Duisburg. Im Kreuz Kaiserberg kam es allerdings zu einer Vollsperrung, da der Castor beim Übergang zur A40 zurücksetzen musste! Das Manöver zog sich etwas hin, der Grund ist unklar, vermutlich wurde die Kurve zur Abfahrt nicht richtig genommen, andere Stimmen munkeln, dass die Abfahrt verpasst wurde… Nach dem Manöver ging es also wieder durch das komplette Duisburger Stadtgebiet über A40, A57, A52 und dann wieder auf die A3. Ob Brückenschäden oder die enge Baustelle im Kreuz Kaiserberg für diese Schleife die Ursache sind, ist unbekannt. Ankunft in Ahaus war gegen 5:30 Uhr. (Quelle)

Sonntagsspaziergang in Ahaus

15. Januar 2026

Die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ ruft zur Teilnahme am ersten Sonntagsspaziergang im neuen Jahr auf. Er findet am kommenden Sonntag, den 18. Januar, um 14 Uhr als Mahnwache und Kundgebung vor dem Rathaus in Ahaus statt. Seine Teilnahme an der Kundgebung angekündigt hat auch Vladimir Slivyak, Mitbegründer der russischen Umweltorganisation „Ecodefense“ und Träger des „Alternativen Nobelpreises“. Slivyak macht sich unter anderem seit Jahren gegen Urantransporte aus Russland nach Deutschland stark.

BUND zieht vor das OVG – Start der Transporte weiter unklar

15. Januar 2026

Der Streit um die Atommülltransporte in NRW geht in nächste Runde: Der BUND NRW hat Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgericht Berlin beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingereicht. Die Beschwerde des BUND hat keine aufschiebende Wirkung mehr. Der BUND hat beim OVG aber beantragt, per Zwischenverfügung sicherzustellen, dass mit den Atomtransporten nicht während des laufenden Eilverfahrens begonnen wird. Wann die Transporte starten, ist noch unklar.

Dem Vernehmen nach sollen die Gerichtsentscheide abgewartet werden. Danach könnte es nach dpa-Informationen noch bis zu sieben Wochen dauern, bis die Castor-Transporte starten können.

In seinem Beschluss hatte das VG Berlin die Erfolgsaussichten in der Hauptsache „zum gegenwärtigen Zeitpunkt als offen“ beurteilt und auf eine eingeschränkte Bewertung aufgrund von Schwärzungen zentraler Teile in den Genehmigungsunterlagen verwiesen.

„Wenn Gerichte anerkennen, dass Sicherheitsfragen nicht umfassend zu beurteilen sind, aber gleichzeitig verhindern, dass sie überhaupt überprüft werden können, läuft effektiver Rechtsschutz ins Leere. Hier wurde nicht über Sicherheit entschieden, sondern darüber, wer überhaupt fragen darf. Doch wir lassen uns unser Recht nicht nehmen – deshalb gehen wir in die Beschwerde. Von der Politik erwarten wir, dass der Ausgang des Verfahrens abgewartet wird, und die CASTOREN jetzt nicht auf die Straße geschickt werden“, so Kerstin Ciesla, stellvertretende Landesvorsitzende des BUND. „Wenn hochriskante Atomtransporte der gerichtlichen Kontrolle entzogen werden, steht der Umweltrechtsschutz insgesamt auf dem Spiel.“

Demo in Bottrop: Polizei will Nutzung der Brücken verbieten

15. Januar 2026

Die Polizei Recklinghausen hat dem Anmelder der Castor-Demo am 24. Januar am Autobahn-Rasthof Bottrop-Süd mitgeteilt, dass man die Überquerung der Autobahn A2 – der Hauptstrecke für die Castor-Transporte – auf der Oberhausener Straße sowie auf der Fernewaldstraße im Stadtteil Fuhlenbrock untersagen wolle.

„Das ist eine völlig unbegründete Einschränkung des Versammlungsrechts und wird von uns nicht hingenommen werden, sollte die Polizei bei ihrem Nein bleiben. (…) Es zeigt sich, dass die Nervosität auf Seiten der Polizei vor den ersten Castor-Transporten offensichtlich sehr hoch ist“, so Peter Bastian vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

zur aktuellen Pressemitteilung

Tag X4 - 20./21.5.2026

Transportiert wurde ein Behälter. In Jülich warten noch 148.

ca. 21.45 Uhr - Abfahrt in Jülich
ca. 23.10 Uhr - Rheinbrücke auf der A42 bei Duisburg
0.20 - Gescher
ca. 1.00 Uhr - Ahaus Zwischenlager

Tag X3 - 5./6.5.2026

Transportiert wurde ein Behälter. In Jülich warten noch 149.

ca. 21.45 Uhr - Abfahrt in Jülich

23.30 Uhr - A42, kurz vor dem Kreuz Oberhausen-West

1.15 Uhr - Ahaus Zwischenlager

Tag X2 - 21./22.4.2026

Transportiert wurde ein Behälter. In Jülich warten noch 150.

ca. 23.00 Uhr - Abfahrt Jülich wegen technischem Defekt verspätet

2.20 Uhr - Bottrop

3.35 Uhr - Ahaus Zwischenlager

Tag X1 - 24./25.3.2026

Transportiert wurde ein Behälter. In Jülich warten noch 151.

22.07 Uhr - Abfahrt Jülich

0.10 Uhr - A42, Rheinbrücke

2.00 Uhr - Ahaus Zwischenlager

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Kontakte & Infos:

Jülich - stop.westcastor@posteo.de
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Ahaus - mail@bi-ahaus.de
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