#castor-TICKER Ahaus
Ticker zum Protest gegen die Atommüll-Lawine von Jülich nach Ahaus.
Die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ ruft zur Teilnahme am ersten Sonntagsspaziergang im neuen Jahr auf. Er findet am kommenden Sonntag, den 18. Januar, um 14 Uhr als Mahnwache und Kundgebung vor dem Rathaus in Ahaus statt. Seine Teilnahme an der Kundgebung angekündigt hat auch Vladimir Slivyak, Mitbegründer der russischen Umweltorganisation „Ecodefense“ und Träger des „Alternativen Nobelpreises“. Slivyak macht sich unter anderem seit Jahren gegen Urantransporte aus Russland nach Deutschland stark.
Der Streit um die Atommülltransporte in NRW geht in nächste Runde: Der BUND NRW hat Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgericht Berlin beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingereicht. Die Beschwerde des BUND hat keine aufschiebende Wirkung mehr. Der BUND hat beim OVG aber beantragt, per Zwischenverfügung sicherzustellen, dass mit den Atomtransporten nicht während des laufenden Eilverfahrens begonnen wird. Wann die Transporte starten, ist noch unklar.
Dem Vernehmen nach sollen die Gerichtsentscheide abgewartet werden. Danach könnte es nach dpa-Informationen noch bis zu sieben Wochen dauern, bis die Castor-Transporte starten können.
In seinem Beschluss hatte das VG Berlin die Erfolgsaussichten in der Hauptsache „zum gegenwärtigen Zeitpunkt als offen“ beurteilt und auf eine eingeschränkte Bewertung aufgrund von Schwärzungen zentraler Teile in den Genehmigungsunterlagen verwiesen.
„Wenn Gerichte anerkennen, dass Sicherheitsfragen nicht umfassend zu beurteilen sind, aber gleichzeitig verhindern, dass sie überhaupt überprüft werden können, läuft effektiver Rechtsschutz ins Leere. Hier wurde nicht über Sicherheit entschieden, sondern darüber, wer überhaupt fragen darf. Doch wir lassen uns unser Recht nicht nehmen – deshalb gehen wir in die Beschwerde. Von der Politik erwarten wir, dass der Ausgang des Verfahrens abgewartet wird, und die CASTOREN jetzt nicht auf die Straße geschickt werden“, so Kerstin Ciesla, stellvertretende Landesvorsitzende des BUND. „Wenn hochriskante Atomtransporte der gerichtlichen Kontrolle entzogen werden, steht der Umweltrechtsschutz insgesamt auf dem Spiel.“

Die Polizei Recklinghausen hat dem Anmelder der Castor-Demo am 24. Januar am Autobahn-Rasthof Bottrop-Süd mitgeteilt, dass man die Überquerung der Autobahn A2 – der Hauptstrecke für die Castor-Transporte – auf der Oberhausener Straße sowie auf der Fernewaldstraße im Stadtteil Fuhlenbrock untersagen wolle.
„Das ist eine völlig unbegründete Einschränkung des Versammlungsrechts und wird von uns nicht hingenommen werden, sollte die Polizei bei ihrem Nein bleiben. (…) Es zeigt sich, dass die Nervosität auf Seiten der Polizei vor den ersten Castor-Transporten offensichtlich sehr hoch ist“, so Peter Bastian vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Auf der A2 zwischen Oberhausen und Bottrop muss der Castor mit seinen 130t, 30m Länge und 3m Breite eine lange Autobahn-Baustelle passieren. Das ist risikoreicher Wahnsinn angesichts der maroden Autobahn-Struktur und nur eingeschränkter polizeilicher Begleitung/ fehlender seitlicher Absicherung. Nach den jüngsten Medienberichten ist bekannt, dass jeder Schwerlasttransport die Autobahnen nicht nur belastet, sondern schädigt, was zu neuen Sperrungen und Baustellen führt.
Los geht es um 11 Uhr mit einer Auftakt-Demo auf der Kreuzung Oberhausener Straße / Haniel-Straße / Im Fuhlenbrock. Danach führt die Demo-Route über die folgenden Straßen: Im Fuhlenbrock – Hermann-Löns-Str. – Hans-Böckler-Str – Oberhausener Str. – Ferrnewaldstr. – Oberhausener Str.. Auf der selben Kreuzung wie zu Beginn findet dann eine Abschlusskundgebung statt.
Umweltfreundliche Anreise ist mit dem Schnellbus X42 ab Hbf Oberhausen und ZOB Dorsten bis zur Haltestelle „Oberhausener Straße“ möglich.
Mit dem Auto fahrt ihr entweder über die Abfahrt „Bottrop“ (A2) oder „Oberhausen-Sterkrade (A516) nach Bottrop. Die Abfahrt OB-Königshardt ist wegen der Baustelle gesperrt!
weitere Infos: https://sofa-ms.de/?page_id=3562
Laut der Jülicher Entsorgungsgesellschaft, auf dessen Gelände sich die 152 Castorbehälter befinden, seien „alle internen Vorbereitungen abgeschlossen“, man sei „aus technischer Sicht“ bereit für den Start der Abtransporte. Details zu den möglichen Transportterminen werden von der Polizei als Verschlusssache eingestuft.
Enttäuscht und verärgert reagieren Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Münsterland und Jülich sowie der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) in einer aktuellen Pressemitteilung auf die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin zum Eilantrag des BUND NRW gegen die geplanten 152 Castor-Transporte aus Jülich. Die Anti-Atom-Organisationen erinnern an eine schriftliche Zusage von NRW-Innenminister Herbert Reul, keinen Castor-Transport vor einem rechtskräftigen Beschluss durchzuführen. Solange also der BUND NRW noch vor dem OVG Berlin-Brandenburg eine Berufung beantragen kann, darf es auf den winterlichen NRW-Autobahnen zu keiner hochriskanten Atommüll-Tour kommen.
„Wenn ein Umweltverband seine begründeten Sorgen nur bei stationären Atomanlagen, nicht aber beim Transport von hochradioaktivem Atommüll auf maroden Autobahnen juristisch vortragen kann, haben wir eine große Lücke in unserem Rechtsstaat. Staatliche Entscheidungen müssen juristisch überprüfbar sein. Das Gericht hat leider keine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Sachargumenten geleistet. Jetzt ist umso mehr eine politische Lösung gefragt“, so Hartmut Liebermann von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“.
„Wenn NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst seine Aussage, dass er auf jeden Castor-Transport gut verzichten könne, ernst meint, dann muss er jetzt Bund und Land endlich an einen Tisch holen und eine politische Lösung herbeiführen. Option Nr. 1 ist eindeutig der Neubau eines Zwischenlagers für hochradioaktiven Atommüll in Jülich“, so Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich.
Vor den nächsten Aktionen finden eine ganze Reihe von Infoveranstaltungen statt:
12.1., 20 Uhr:
Offener Stammtisch der BI „Kein Atommüll in Ahaus“, BI-Büro, Bahnhofstr. 27, Ahaus
14.1., 19 Uhr:
Infoveranstaltung von SOFA MS im Umwelthaus, Zumsandestr. 15, Münster
14.1., 19 Uhr:
Infoveranstaltung von „Stop Westcastor Köln“, BUND NRW und .ausgestrahlt in der Alten Feuerwache, Melchiorstr. 3, Köln
20.1., 19 Uhr:
Infoveranstaltung der LINKEN NRW (mit BUND NRW und SOFA MS), Paroli-Treff, Elsässerstr. 20, Oberhausen

Tag X3 - 5./6.5.2026
Transportiert wurde ein Behälter. In Jülich warten noch 149.
ca. 21.45 Uhr - Abfahrt in Jülich
23.30 Uhr - A42, kurz vor dem Kreuz Oberhausen-West
1.15 Uhr - Ahaus Zwischenlager
Tag X2 - 21./22.4.2026
Transportiert wurde ein Behälter. In Jülich warten noch 150.
ca. 23.00 Uhr - Abfahrt Jülich wegen technischem Defekt verspätet
2.20 Uhr - Bottrop
3.35 Uhr - Ahaus Zwischenlager
Tag X1 - 24./25.3.2026
Transportiert wurde ein Behälter. In Jülich warten noch 151.
22.07 Uhr - Abfahrt Jülich
0.10 Uhr - A42, Rheinbrücke
2.00 Uhr - Ahaus Zwischenlager
Kontakte & Infos:
Jülich - stop.westcastor@posteo.de
https://www.westcastor.org
Signal-Liste / SMS-Info: 0176 52270865
Ahaus - mail@bi-ahaus.de
https://bi-ahaus.de/
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