#castor-TICKER Brokdorf

Ticker zum Protest gegen den Castor-Transport Sellafield - Brokdorf.

Castor-Transporte: Bewegung ohne Perspektive ­

25. Juni 2026

In seinem aktuellen MonatsReport 06/2026 (Anmeldung hier) schreibt der Atommüllreport:

Castor-Transporte erleben derzeit eine bemerkenswerte Renaissance. Seit März werden Brennelementkugeln aus dem AVR-Behälterlager Jülich ins Zwischenlager Ahaus verbracht. Bis August 2027 will die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) die verbliebenen 148 Castoren nach Ahaus transportieren.

Im Juni erreichten sieben Castorbehälter mit hochradioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitungsanlage in Sellafield das Zwischenlager Brokdorf. Die Rückführung der deutschen hochradioaktiven Abfälle aus dem Ausland ist damit abgeschlossen.

Auch Atommüll-Transporte aus dem Forschungsreaktor FRM-II in Garching nach Ahaus sind genehmigt und können bis Mai 2027 durchgeführt werden.

Die Transporte machen ein Grundproblem der deutschen Atommüllpolitik sichtbar: Während Genehmigungen erteilt und Abfälle verlagert werden, bleibt die langfristige Perspektive ungeklärt. Ein Endlager ist nicht in Sicht und ein tragfähiges Konzept für die notwendige Langzeit-Zwischenlagerung fehlt. Mit jedem Transport entstehen zudem zusätzliche Anforderungen an Sicherheit und Sicherung. Neben Unfallrisiken rücken angesichts der veränderten sicherheitspolitischen Lage auch mögliche vorsätzliche Angriffe stärker in den Fokus. Ein Gutachten der Physikerin Oda Becker verweist beispielsweise auf Bedrohungen durch Drohnenangriffe.

Castortransport angekommen – Atommüllproblem verschoben

18. Juni 2026

Um 22.17 Uhr haben die Atommüllbehälter am Mittwoch, 17.6. das Zwischenlager am AKW Brokdorf erreicht. Damit endet nicht nur dieser Castortransport sondern auch die Ära „Rückführung“ des hochaktiven, verglasten Atommülls aus den Plutoniumfabriken in England und Frankreich. All diese Behälter sollten ursprünglich nach Gorleben rollen – und dort den Bau eines Endlagers zementieren.

Nun stehen die Abfallbehälter im unsicheren Zwischenlager, wo sie nicht ausreichend gegen terroristische Angriffe geschützt sind. Sicher ist allerdings, dass die Castoren hier nicht stehen bleiben können, sondern irgendwann wieder auf die Reise gehen werden: an den hoffentlich sichersten Ort, den es für eine langfristige Lagerung von Atommüll gibt. Bisher ist der allerdings noch nicht gefunden worden.

Presseerklärung: Atommüllkonvoi in Brunsbüttel gestartet

17. Juni 2026

Nach dem Abschluss des Verladens von sieben Atommüllbehältern aus dem Transportschiff „Pacific Grebe“ auf LKW-Tieflader ist der Konvoi in Brunsbüttel gestartet. Sein Ziel ist das Zwischenlager am Atomkraftwerk im benachbarten Brokdorf.

Dazu Kerstin Rudek vom Bündnis CASTOR-stoppen:

„Der Atommüll aus dem Betrieb der Atomkraftwerke in Deutschland füllt rund 1.900 CASTOR-Behälter mit hochradioaktivem Abfall, zudem entstanden rund 600.000 Kubikmeter schwach- und mittelaktiver Abfall. Der letzte Reaktor in Deutschland ist seit über drei Jahren außer Betrieb. Kraftwerke kann man abschalten, den Atommüll nicht!

Solange es für diese gewaltige Menge an nuklearer Hinterlassenschaft keine tragbare Lösung gibt, ist nicht nur jeder unnötige Atommülltransport unverantwortlich. Es erübrigt sich damit auch jegliche Debatte über die Wiederinbetriebnahme alter Meiler oder den Bau neuer Reaktoren. Auch die Debatte um sogenannte ‚Small Modular Reactors‘ (SMR) ist eine reine Scheinlösung – diese Mini-Reaktoren lösen kein Entsorgungsproblem. Es muss endlich Schluss sein mit dem Fliegen ohne Landebahn!“

Hinter der oft gehörten Formulierung, ‚Wir‘ müssten die atomare Hinterlassenschaft wegen völkerrechtlich bindender Verträge zurücknehmen, verbirgt sich eine massive Schieflage der Verantwortlichkeiten. Es gilt klar zu hinterfragen, wer dieses ‚Wir‘ eigentlich ist. Während die Atomkraftbetreiber international über Jahrzehnte hinweg Milliardengewinne mit der Hochrisikotechnologie eingefahren haben, sind sie aus der Verantwortung für die Folgen entlassen. Die immensen Kosten und die organisatorischen Lasten für den sorgsamen Umgang mit dem strahlenden Erbe werden nun der Allgemeinheit aufgebürdet. Aktuell wird diese Jahrhundertaufgabe auf staatlicher Ebene von der BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung verwaltet – bezahlt mit Steuergeldern. Es ist unhaltbar, dass Konzerne die Gewinne privatisieren, während die Gesellschaft die unkalkulierbaren Risiken und Kosten der Entsorgung dauerhaft tragen muss.

Nach wie vor steht für uns fest, dass

– es weiterhin kein vertretbares Endlager-Konzept für den vorhandenen Atommüll gibt,
– CASTOR-Zwischenlager zu gefährlich ungeeigneten Langzeitlagern werden,
– Atommüll nur ungefährlich ist, wenn er nicht entsteht: Brennelementefabrik in Lingen und Urananreicherung in Gronau beenden!
– Atomkraft kein Klimaretter sein kann!

Pressekontakt Bündnis CASTOR-stoppen:
Tel. 0176 7802 7597
Kerstin Rudek Tel. 015902154831

Informationen zum Brennelementezwischenlager Brokdorf/Elbe

GREBE hat abgelegt – wann startet der Straßentransport?

17. Juni 2026

Das Atommüllschiff PACIFIC GREBE hat gegen 17.45 Uhr den Elbehafen Brunsbüttel verlassen – damit ist sicher, dass die Beladung der Straßentransporttieflader abgeschlossen ist.

Wann der Transport von Brunsbüttel nach Brokdorf startet, ist aktuell unklar. Im NDR-Liveblog heißt es um 16.45 Uhr: „Erst am Abend soll es mit dem Transport weitergehen.“

Verladung abgeschlossen?

17. Juni 2026

16.00 Uhr – Möglicherweise ist die Verladung der sieben Atommüllbehälter auf Straßentieflader aus der PACIFIC GREBE abgesclossen. Das Schiff hat kürzlich sein AIS-Ortungssystem wieder angeschaltet und ist somit wieder sichtbar in den Trackingportalen. Bei letzten Transporten geschah das kurz vor dem Ablegen des Schiffs.

Damit steht als nächstes der Straßentransport ins 15km entfernte Zwischenlager am AKW Brokdorf an. Wann dieser startet, ist unklar. Sichtbar werden die Vorbereitungen durch ein deutlich höheres Polizeiaufgebot und erste Straßensperrungen auf der Transportstrecke.

Mahnwache in Brunsbüttel

17. Juni 2026

Aus Protest gegen den gefährlichen Atommülltransport nach Brokdorf findet heute Vormittag seit 9.30 Uhr in Brunsbüttel eine Mahnwache statt. Treffpunkt ist Hamburger Straße Ecke Fährstraße.

Im Elbehafen von Brunsbüttel, wo das Schiff PACIFIC GREBE seit gestern entladen wird, sind gegen 10.15 Uhr Kranbewegungen sichtbar. In der Nacht haben die Entladearbeiten offenbar pausiert. Wann der Straßentransport mit Ziel Brokdorf abfahrbereit ist, ist derzeit unklar. Das Gelände ist nicht einsehbar und wird von der Polizei abgeschirmt.

Straßentransport am Mittwoch

16. Juni 2026

Um 20:04 Uhr bestätigt der NDR in seinem LIVE-Blog, dass die Castor-Behälter aus Großbritannien auf der Straße am morgigen Mittwoch weiter nach Brokdorf transportiert werden.

Kontakte:

Pressetelefon: 0176 - 7802 7597

Castor-stoppen Infotelefon: 0170-6198938

Transportstrecke

PACIFIC GREBE 2025 in Nordenham

castor

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