#castor-TICKER Brokdorf

Ticker zum Protest gegen den Castor-Transport Sellafield - Brokdorf.

Presseerklärung: Atommüllkonvoi in Brunsbüttel gestartet

17. Juni 2026

Nach dem Abschluss des Verladens von sieben Atommüllbehältern aus dem Transportschiff „Pacific Grebe“ auf LKW-Tieflader ist der Konvoi in Brunsbüttel gestartet. Sein Ziel ist das Zwischenlager am Atomkraftwerk im benachbarten Brokdorf.

Dazu Kerstin Rudek vom Bündnis CASTOR-stoppen:

„Der Atommüll aus dem Betrieb der Atomkraftwerke in Deutschland füllt rund 1.900 CASTOR-Behälter mit hochradioaktivem Abfall, zudem entstanden rund 600.000 Kubikmeter schwach- und mittelaktiver Abfall. Der letzte Reaktor in Deutschland ist seit über drei Jahren außer Betrieb. Kraftwerke kann man abschalten, den Atommüll nicht!

Solange es für diese gewaltige Menge an nuklearer Hinterlassenschaft keine tragbare Lösung gibt, ist nicht nur jeder unnötige Atommülltransport unverantwortlich. Es erübrigt sich damit auch jegliche Debatte über die Wiederinbetriebnahme alter Meiler oder den Bau neuer Reaktoren. Auch die Debatte um sogenannte ‚Small Modular Reactors‘ (SMR) ist eine reine Scheinlösung – diese Mini-Reaktoren lösen kein Entsorgungsproblem. Es muss endlich Schluss sein mit dem Fliegen ohne Landebahn!“

Hinter der oft gehörten Formulierung, ‚Wir‘ müssten die atomare Hinterlassenschaft wegen völkerrechtlich bindender Verträge zurücknehmen, verbirgt sich eine massive Schieflage der Verantwortlichkeiten. Es gilt klar zu hinterfragen, wer dieses ‚Wir‘ eigentlich ist. Während die Atomkraftbetreiber international über Jahrzehnte hinweg Milliardengewinne mit der Hochrisikotechnologie eingefahren haben, sind sie aus der Verantwortung für die Folgen entlassen. Die immensen Kosten und die organisatorischen Lasten für den sorgsamen Umgang mit dem strahlenden Erbe werden nun der Allgemeinheit aufgebürdet. Aktuell wird diese Jahrhundertaufgabe auf staatlicher Ebene von der BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung verwaltet – bezahlt mit Steuergeldern. Es ist unhaltbar, dass Konzerne die Gewinne privatisieren, während die Gesellschaft die unkalkulierbaren Risiken und Kosten der Entsorgung dauerhaft tragen muss.

Nach wie vor steht für uns fest, dass

– es weiterhin kein vertretbares Endlager-Konzept für den vorhandenen Atommüll gibt,
– CASTOR-Zwischenlager zu gefährlich ungeeigneten Langzeitlagern werden,
– Atommüll nur ungefährlich ist, wenn er nicht entsteht: Brennelementefabrik in Lingen und Urananreicherung in Gronau beenden!
– Atomkraft kein Klimaretter sein kann!

Pressekontakt Bündnis CASTOR-stoppen:
Tel. 0176 7802 7597
Kerstin Rudek Tel. 015902154831

Informationen zum Brennelementezwischenlager Brokdorf/Elbe

GREBE hat abgelegt – wann startet der Straßentransport?

17. Juni 2026

Das Atommüllschiff PACIFIC GREBE hat gegen 17.45 Uhr den Elbehafen Brunsbüttel verlassen – damit ist sicher, dass die Beladung der Straßentransporttieflader abgeschlossen ist.

Wann der Transport von Brunsbüttel nach Brokdorf startet, ist aktuell unklar. Im NDR-Liveblog heißt es um 16.45 Uhr: „Erst am Abend soll es mit dem Transport weitergehen.“

Verladung abgeschlossen?

17. Juni 2026

16.00 Uhr – Möglicherweise ist die Verladung der sieben Atommüllbehälter auf Straßentieflader aus der PACIFIC GREBE abgesclossen. Das Schiff hat kürzlich sein AIS-Ortungssystem wieder angeschaltet und ist somit wieder sichtbar in den Trackingportalen. Bei letzten Transporten geschah das kurz vor dem Ablegen des Schiffs.

Damit steht als nächstes der Straßentransport ins 15km entfernte Zwischenlager am AKW Brokdorf an. Wann dieser startet, ist unklar. Sichtbar werden die Vorbereitungen durch ein deutlich höheres Polizeiaufgebot und erste Straßensperrungen auf der Transportstrecke.

Mahnwache in Brunsbüttel

17. Juni 2026

Aus Protest gegen den gefährlichen Atommülltransport nach Brokdorf findet heute Vormittag seit 9.30 Uhr in Brunsbüttel eine Mahnwache statt. Treffpunkt ist Hamburger Straße Ecke Fährstraße.

Im Elbehafen von Brunsbüttel, wo das Schiff PACIFIC GREBE seit gestern entladen wird, sind gegen 10.15 Uhr Kranbewegungen sichtbar. In der Nacht haben die Entladearbeiten offenbar pausiert. Wann der Straßentransport mit Ziel Brokdorf abfahrbereit ist, ist derzeit unklar. Das Gelände ist nicht einsehbar und wird von der Polizei abgeschirmt.

Straßentransport am Mittwoch

16. Juni 2026

Um 20:04 Uhr bestätigt der NDR in seinem LIVE-Blog, dass die Castor-Behälter aus Großbritannien auf der Straße am morgigen Mittwoch weiter nach Brokdorf transportiert werden.

„Atommüll: Das Problem bleibt“ – Protest-Kundgebung am AKW Brokdorf

16. Juni 2026

Aus Protest gegen die Atommüll-Lieferung nach Brokdorf haben sich dort heute Abend Atomkraftgegner:innen versammelt.

„Keiner weiß, wohin mit diesem Atommüll. Der Betrieb von AKW war für mich wie ein Flugzeug ohne Landebahn, und wir suchen immer noch die Landebahn“, so Cécile Lecomte, gegenüber dem NDR Schleswig-Holstein.

„Atommüll: Das Problem bleibt“, schreibt heute Heinz Smital von Greenpeace Deutschland: Der Castortransport mache deutlich, die Atomkraft sei zwar beendet, das Atommüllproblem bleibe aber ungelöst. Zwar ist die Rücknahme der Castoren aus England notwendig, denn der Atommüll stammt aus deutschen Atomkraftwerken und muss nun zurück an die Stellen, wo er entstanden ist. Doch dauerhaft bleiben kann der Atommüll dort nicht – ein Endlager ist weiterhin nicht in Sicht. Die Menschen vor Ort müssen daher noch über Jahrzehnte mit dem hochradioaktiven Erbe leben.

Auch wenn die Proteste aktuell klein ausfallen – was niemanden wundert: Smital verweist auf wichtige Erfolge, die die Anti-Atom-Bewegung erzielt hat. So wurde die Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente beendet, die Atomanlage in Sellafield stellte ihren Betrieb ein, die Castortransporte rollen nicht mehr nach Gorleben und schließlich das Abschalten aller deutschen Atomkraftwerke.

Verladung des dritten Behälters

16. Juni 2026

Aktuell (gegen 18.00 Uhr) läuft laut Beobachter:innen vor Ort die Entladung des dritten Castorbehälters aus der Pacific Grebe auf Straßentransportwagen. Laut den Beobachter:innen braucht die Verladung eines Behälters ca. drei Stunden.

Auszuschließen ist damit, dass der Transport der sieben Behälter vom Elbehafen Brunsbüttel zum Zwischenlager Brokdorf noch heute am späten Abend stattfinden kann.

Kontakte:

Pressetelefon: 0176 - 7802 7597

Castor-stoppen Infotelefon: 0170-6198938

Transportstrecke

PACIFIC GREBE 2025 in Nordenham

castor

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