ES IST NOCH NICHT VORBEI

Neue CASTOR-Transporte ab 2020 geplant!

CASTOR-Alarm 2020? Hat sich da nicht jemand im Jahrzehnt vergriffen? Leider nicht. Für die Jahre 2020 bis 2024 sind vier Castor-Transporte geplant, bei denen hochradioaktiver Atommüll von Frankreich und Großbritannien nach Deutschland verschoben werden soll, ohne dass es ein Konzept für eine langfristige Lagerung gibt und geben kann. Jeder einzelne Transport stellt ein zusätzliches Risiko durch radioaktive Verstrahlung dar.

AKTUELLES

Ausblick: Philippsburg 2021

Nach dem Castor ist vor dem Castor… Insgesamt sollen vier Atommülltransporte nach Deutschland rollen, dieser vergangene war die Nummer Eins. Als nächstes wird das Zwischenlager im baden-württembergischen Philippsburg Ziel einer Atommüllfuhre werden. In der französischen Plutoniumfabrik LaHague warten fünf Castoren auf den Abtransport. Es gibt dafür derzeit keine Termin, auch wenn die Genehmigungen für Einlagerung & Transport schon vor Jahren beantragt wurden. Im August sagte der Sprecher der GNS Gesellschaft für Nuklear-Service mbH, die den Transport durchführt, dass “frühestens im Herbst 2021” damit zu rechnen sei. Wegen Corona sind auch diese Planungen (zumindest offiziell) unklar. Die Halle in Philippsburg hat vergleichbare sicherheitstechnische Defizite, wie das Zwischenlager in Biblis. Eine langfristige Lösung für die Atommülllagerung wird auch in einem Jahr nicht in Sicht sein, so dass die Behälter Jahrzehnte länger als derzeit erlaubt in den Zwischenlagern bleiben müssen. Jeder Transport ist ein hohes Risiko. Auch gegen den Philippsburg-Castor wird sich das Bündnis Castor-stoppen engagieren. In den kommenden Monaten werden wir uns wieder melden, sobald es Neuigkeiten zu Castortransporten gibt!

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Wiederaufarbeitung = Recycling? Fehlanzeige!

Wiederaufarbeitung war bis 2005 der offizielle “Entsorgungsnachweis” für den Betrieb der Atomkraftwerke. Gäbe es keinen, dürften die Meiler nicht laufen. Heute wird auf die Endlagersuche & die Zwischenlagerung verwiesen. Einen echten Nachweis einer langfristigen (!) Lösung für den Müll gibt es nicht –  nirgends auf der Welt.

Was für Atommüll aus Deutschland nach massiven Protesten der Umweltbewegung verboten wurde, ist für andere Länder jedoch Standart: die Nutzung der Wiederaufarbeitung für verbrauchten Brennstoff aus Atomreaktoren. Weil schon der Begriff “Wiederaufarbeitung” täuscht und nach “Recycling” klingt:

In den Wiederaufarbeitungsanlagen wird nicht nur die Umwelt verseucht, sondern das Volumen des Atommüll erheblich vergrößert und die Handhabbarkeit noch erschwert.

Ziel der WAA ist das Extrahieren des Ultragifts Plutonium. Vordergründig um daraus sog. Mischoxid-Brennelemente (MOX) herzustellen, die wiederrum in AKW zum Einsatz kommen. Grundsätzlich wird Plutonium aber zum Bau von Atomwaffen benötigt.

einen Überblick liefert WDR-Planet Wissen

 

Pressemitteilung: CASTOR-Transport hat “falsches” Ziel erreicht

Hochradioaktiver Atommüll über eine Woche durch Europa unterwegs – Bündnis CASTOR-stoppen fordert Beendigung unnötiger Atomtransporte

Am Vormittag des 4.11. um 9:36 Uhr hat der CASTOR-Transport aus Sellafield das Zwischenlager am Atomkraftwerk Biblis im hessischen Landkreis Bergstraße erreicht. Einsatzleitung und Transportfirma hatten sich erwartungsgemäß den Schutz der Dunkelheit ausgesucht, um den Atomtransport weitgehend von der Öffentlichkeit unbemerkt abzuwickeln. (mehr …)

AG Schacht Konrad: Offener Brief an Umweltminister Lies

In einem Offenen Brief an den Niedersächsischen Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, Olaf Lies, kritisiert die Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad dessen Aussagen in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zu den Castorprotesten: (mehr …)

Pressemitteilung: Atommüll-Zug hat Nordenham verlassen

Schienentransport nach Biblis – Ziel Standortlager im Atomkraftwerk
Zug ist am 3.11. um 19:40 Uhr gestartet

Die CASTORen sind vom Schiff auf die Bahn verladen und der Schienentransport über mehr als 580 Bahnkilometer hat begonnen. Offensichtlich scheuen die Verantwortlichen das Tageslicht, doch das Bündnis CASTOR-stoppen ruft auch nach Einbruch der Dunkelheit dazu auf, gegen diese unverantwortliche Atompolitik überall öffentlich zu protestieren. Deshalb rasch zu den bereits angemeldeten Mahnwachen an den möglichen Transportrouten und nach Biblis kommen! Es gibt Protest-Mahnwachen u.a. in Oldenburg, Bremen (seit 15:30 Uhr wieder auf dem Bahnhofsvorplatz), Nienburg, Lingen, Münster, Göttingen (ab 2 Stunden nach Abfahrt des Zuges in Nordenham), Köln, und Biblis*.

Alle Infos auf www.castor-stoppen.de

*Es gibt Kundgebungen und eine Demonstration in Biblis unter Einhaltung der Corona-Regeln.

Unabhängig vom Zeitpunkt der Zugabfahrt hatte das Bündnis am 3.11. für 17.00 Uhr zur Demonstration in Biblis aufgerufen! Treffpunkt Mahnwache Bahnhof
In Biblis findet dauerhaft eine Protest-Mahnwache direkt am Bahnhof, am Rübgarten statt. Ggfs. wird je nach Abfahrtszeitpunkt des Zuges aus Nordenham auch in Biblis erneut demonstriert!

„Wir haben Info-Zelte und eine kleine Versorgungsstruktur. Zieht euch wetterfest an und bringt eure Maske mit.“

Der hochradioaktive Transport mit den sechs CASTOREN soll als „Geheimzug“ durch ganz Deutschland fahren. Es gibt vorab keine Informationen an die Zuständigen für den Katastrophenschutz im Falle eines Unfalls. Es gibt keine Informationen an Reisende in den Bahnhöfen dass ein radioaktive beladener Zug durchfährt. Ein unverantwortliches Vorgehen.

„Der hoch-radioaktive Atommüll wird nicht nur als unsichtbares Geisterschiff durch die Deutsche Bucht geschifft, sondern jetzt auch ohne vorherige Information an betroffene Bahnreisende und Anwohner*innen der Transportstrecke auf seine gefährliche Reise geschickt“ mahnt Herbert Würth vom Bündnis CASTOR-stoppen. „Diese fossile Atompolitik à la ,aus den Augen aus dem Sinn‘ muss endlich beendet werden“.

Trotz des verhängten Corona-Lockdowns findet diese unsinnige Atommüll-Verschiebung statt. Der Termin wurde politisch bestimmt und festgelegt. Nur fadenscheinig wird auf „völkerrechtliche Verträge“ verwiesen. Die Plutoniumfabriken in Sellafield und La Hague dienen dem unsinnigen Weiterbetrieb der Atomkraftwerke und der Produktion von nuklearen Waffen.
Es gibt bis heute kein Konzept für die Langzeitlagerung von Atommüll. Diese Suche steht erneut erst am Anfang. Jetzt werden die Standort-Zwischenlager (z.B. in Biblis) zu unsicheren Langzeitlagern, weit über den Zeitraum der bestehenden Genehmigungen hinaus. Und immer noch produzieren in Deutschland 6 Atomkraftwerke weiteren Atommüll, werden Brennelemente in Lingen gefertigt und Uran in Gronau angereichert. Atomkraft verhindert die Energiewende!

– es gibt kein vertretbares Konzept für den vorhandenen Atommüll
– die Energiewende wird mit Ausbremsregelungen sabotiert
– Atomenergie ist kein Beitrag gegen die Klimakatastrophe

Alle zusammen für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen!

Aktuelle Informationen, sowie der Standort des Atomtransportes auf: www.castor-stoppen.de

Pressekontakt zum Bündnis CASTOR-stoppen:
Silke Westphal (Nord) T. 0160 – 99 50 50 28
Kerstin Rudek (Nord) T. 01590 – 21 54 831

Herbert Würth (Süd) T. 0162 – 57 64 425
Direkt bei der Mahnwache am Bahnhof in Biblis erreichbar.

Strahlung die aus dem Castor kommt

Bei dem diesjährigen Transport kommen erneut die Castorbehälter HAW 28M zum Einsatz. Trotz massiver Abschirmung entweicht den sechs Behältern Radioaktivität. In Sellafield wurden bereits Messungen an den sechs Behältern gemacht. Laut der GNS würden die höchsten Werte in 2 Metern Abstand zur Fahrzeugaußenfläche bei 26 µSv/h liegen, der Mittelwert der Dosisleistung aller Behälter bei ca. 21 µSv/h. Das sei “weniger als ein Viertel des höchstens erlaubten Wertes” von 100 µSv/h (gesetzlicher Grenzwert – lest dazu diesen Beitrag: Grenzwerte sind das Problem!).

Risiko Strahlung

Dr. Wolfgang Meiners, Chemiker aus Butjadingen, hat uns eine spontane Stellungnahme u.a. zur Neutronenstrahlung, die aus den #Atommüllbehältern kommt, gegeben.

Ist das Thema Atomkraft wirklich “durch”, Herr Lies?

In einem Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen am 2.11. (nur im Abo) nimmt Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) zu dem aktuellen Atommülltransport Stellung. Eine Aussage greifen wir hier kurz auf.

Lies sagte: (…) “Die Problematik besteht doch nicht in den gut gesicherten Transporten, sondern in der Tatsache, dass wir zwar lange mit den Thema Kernkraft durch sind, aber diese Transporte noch immer dazu benutzt werden, um über die Atomkraft zu streiten und politisch für Aufregung zu sorgen. Doch die Frage der Kernkraft ist entschieden, der Ausstieg ist beschlossen.”

Politisch sind sich die großen “Volksparteien” gerade “einig” (allerdings nur vordergründig, die CDU-„Werteunion“ will Laufzeitverlängerung! Merkel wollte den Ausstieg erst nach dem Super-GAU von Fukushima), dass der letzte deutsche Meiler Ende 2022 vom Netz geht. In Deutschland werden aber aktuell noch sechs Atomkraftwerke betrieben – wobei das AKW Gundremmingen-C gerade wegen eines Defektes unplanmäßig für 4 Wochen vom Netz ist. Jedes Jahr produziert ein großer Meiler 26 Tonnen hochradioaktiven Abfall. Wikipedia nennt sogar rund 230 Tonnen Atommüll jährlich.

Nach dem Ende für die großen AKW werden in Deutschland die Urananreicherungsanlage in Gronau und das Brennelementewerk in Lingen weiter betrieben – ohne eine Frist für ein Ende. In Garching bei München läuft ein großer Forschungsreaktor, dazu noch illegal mit hochangereichertem Uran.

“Durch” ist also gar nichts. Unsere Forderung lautet, und das ist nicht neu: SOFORTIGE Abschaltung ALLER Atomanlagen.

Proteste in Münster

In einer Pressemitteilung übt die Initaitive SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster heftige Kritik an Bundesumweltministerin Schulze: Ihre “Aussagen zu Atommüll im Ausland sind heuchlerisch”. Da der Casturzug durch Münster fahren könnte, bereiten die Aktivist*innen für heute Abend , 18.00 Uhr Proteste vor. (mehr …)

Bericht aus Hildesheim

“Mit mehr als 20 Menschen sind wir gestern Abend aus Hildesheim an die Zugstrecke Hannover-Göttingen geradelt, wo der Castor diese Woche rollen soll. Trotz 4 Streifen Polizeigeleit empfing uns die Bundespolizei an der Brücke über den Gleisen (bei Sorsum) mit einem weiteren Dutzend Kräften. Sie wollten uns unseren eigenen, extra mitgebrachten, strahlenden Atommüll denn auch nicht abladen lassen und wir mussten ihn wieder mitnehmen.”

Grenzwerte sind das Problem!

Für die Abfahrt des Zuges mit den sechs Atommüllbehältern in Nordenham plant Bernd Ebeling, Ingenieur für Wasserbau und Umweltschutz, eigene und damit unabhängige Strahlenmessungen vorzunehmen. Er sorgt sich um die vom Transport ausgehenden radioaktiven Strahlenbelastungen. Das war im Vorfeld in den regionalen Medien thematisiert worden und lag der Stadt Nordenham als Versammlungsanmeldung auch vor. Es gab Gespräche dazu, doch die endeten nie in einer Bestätigung des Vorhabend. Nun hat die Polizei sich quer gestellt und die Messungen verboten. (mehr …)

AKTUELLES

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Stichwort: "CastorStoppen"

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