ES IST NOCH NICHT VORBEI

Neue CASTOR-Transporte ab 2020 geplant!

CASTOR-Alarm 2020? Hat sich da nicht jemand im Jahrzehnt vergriffen? Leider nicht. Für die Jahre 2020 bis 2024 sind vier Castor-Transporte geplant, bei denen hochradioaktiver Atommüll von Frankreich und Großbritannien nach Deutschland verschoben werden soll, ohne dass es ein Konzept für eine langfristige Lagerung gibt und geben kann. Jeder einzelne Transport stellt ein zusätzliches Risiko durch radioaktive Verstrahlung dar.

Transport & Protest

Pressemitteilung des Bündnis Castor stoppen, 4.11.2020

CASTOR-Transport hat “falsches” Ziel erreicht

Hochradioaktiver Atommüll über eine Woche durch Europa unterwegs – Bündnis CASTOR-stoppen fordert Beendigung unnötiger Atomtransporte

Transportablauf & -strecke

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27.10.2020

21.00 Uhr - "Pacific GREBE" hat mit sechs Atommüll-Behältern an Bord den britischen Hafen Barrow-in-Furness verlassen.

29.10.2020

15.30 Uhr - 6 Castorwaggons sind in Nordenham (Hubschrauberbegleitung). 6 Loks, die die Behälter ziehen/schieben sollen, derzeit in Seelze
23.00 Uhr - Castorloks mit Polizeibesatzung durch Dörverden Richtung Nordenham gefahren.

30.10.2020

00.30 Uhr - Abholzug in Nordenham, 5 X Ludmilla (Dieselloks) mind. ein dutzend Personenwaggons (amerikanische Militärwaggons)

2.11.2020

6.40 Uhr - Ankunft der Pac. GREBE in Nordenham
9.35 Uhr - 1. Castor hängt am Kran
12.00 Uhr - 1. Castor verladen
12.51 Uhr - 2. Castor verladen
13.20 Uhr - 2. Haube des Waggons noch offen
13.35 Uhr - 2. Haube zu, danach Pause
15.20 Uhr - 3. Castor hängt am Kran
15.40 Uhr - 3. Castor verladen, Haube des Waggons noch offen
16.44 Uhr - 3. Haube des Waggons zu
20.30 Uhr - 4. Castor hängt am Kran
21.00 Uhr - 4. Castor ist verladen

3.11.2020

08.05 Uhr - 5. Castor verladen
09.40 Uhr - Kran bewegt sich wieder
10.30 Uhr - 6. Castor hängt am Kran
13.30 Uhr - Motor der 1. Ludmilla angeworfen
13.33 Uhr - Motor der2. Ludmilla angeworfen
15.00 Uhr - Das Schiff fährt ab, Richtung Antwerpen (lt.AIS)
19.25 Uhr - 2 einzelne Ludmillas sind gerade aus dem Hafengelände rausgefahren
19.36 Uhr - Castorzug in Nordenham gestartet
20.07 Uhr - Rodenkirchen
20.14 Uhr - Brake
20.16 Uhr - Die einzelnen 2 Loks (Vorzug) sind Hude Richtung Bremen gefahren
20.20 Uhr - Elsfleth
20.38 Uhr - Die zwei Begleitloks stehen noch in Hude. Der #castor2020 ist noch nicht da. Beide Strecken (West / Ost) sind noch möglich.
20.40 Uhr - Neuenkoop
20.44 Uhr - Hude, Richtung Bremen abgebogen
21.03 Uhr - Bremen Huchting
21.05 Uhr - Bremen, Stephaniebrücke
21.08 Uhr - Bremen Hbf
21.15 Uhr - Bremen Mahndorf, Richtung Achim / Verden
21.30 Uhr - Verden Dauelsen
21.38 Uhr - Verden Bahnhof
21.45 Uhr - Dörverden
22.04 Uhr - Nienburg / Weser
22.09 Uhr - Begleitloks durch Nienburg / Weser
22.28 Uhr - Wunstorf
22:38 Uhr - Güterbahnhof Seelze - Logistikstop
23:14 Uhr - Hannover Linden
23.47 Uhr - Begleitloks durch Nordstemmen.
23.48 Uhr - Banteln

4.11.2020

0.08 Uhr - Kreiensen
0.14 Uhr - Salzderhelden
0.38 Uhr - Göttingen
0.48 Uhr - Bad Sooden-Allendorf: Ein Reparatur-Zug fährt Richtung Bebra
1:00 Bad Sooden-Allendorf, Castor in Richtung Bebra gefahren
2.07 Uhr - Bebra (kein Stop!)
2.20 Uhr - Bad Hersfeld
3.55 Uhr - Hünfeld
4.55 Uhr - Abfahrt aus Fulda
5.47 Uhr - Gelnhausen
6.04 Uhr - Hanau-Wolfgang
6.10 Uhr - Richtung Aschaffenburg
6.14 Uhr - Kahl
6.15 Uhr - Großkrotzenburg
6.35 Uhr - Babenhausen
7.20 Uhr - Darmstadt Nord
7.32 Uhr - Groß Gerau
7.35 Uhr - Groß-Gerau-Dornberg
7.40 Uhr - Riedstadt-Goddelau
7.57 Uhr - Gernsheim
8.04 Uhr - Biblis Hbf

9.38 Uhr - Ankunft Biblis AKW

Der Protest

Die Proteste gegen den Atommülltransport zum Zwischenlager Biblis hatten bereits im Frühjahr 2020 begonnen. Besonders ein bundesweiter Aktionstag war sehr wirkungsvoll. Dann kam Corona - und kurz vor dem geplanten Transport Ende März / Anfang April wurde der Termin von Innenminster Horst Seehofer wegen der hohen Ansteckungsgefahr durch Corona abgesagt.

Im September wurde bekannt, dass die Vorbereitungen für einen erneuten Transportversuch noch 2020 laufen. Der BUND Hessen strengte eine Klage gegen die Einlagerung in Biblis an und verwies auf zahlreiche Sicherheitsmängel, die Klage wurde aber abgewiesen. Wegen der im Herbst steigenden Corona-Zahlen forderten Teile der Politik als auch die Gewerkschaften der Polizei die erneute Absage des Atommülltransports. Doch die Bundesregierung war dagegen und verwies auf "umfangreiche Hygienekonzepte". Die Rede war von Einzelzimmern für die 11.000 Polizist*innen, die immer nur zu sechst in einem Auto fahren sollten. Wir konnten das Gegenteil beobachten.

Castor-Widerstand in Zeiten von Corona:
Sich verantwortungsvoll organisieren gegen die organisierte Verantwortungslosigkeit

Der Protest formierte sich

Trotz der schwierigen Umstände und im Angesicht eines nächsten "Lockdowns" formierte sich in Deutschland Ende Oktober, nachdem das Transportschiff "Pacific Grebe" in England abgelegt hatte, der Anti-Atomprotest. In Nordenham, Bremen, Oldenburg und Biblis wurden Mahnwachen eingerichtet. In Bremen seilten sich Aktivist*innen von Robin Wood vom Hauptbahnhof ab.

Nachdem der Zug, von einem massiven Polizeiaufgebot begleitet, seine Reise quer durch Deutschland angetreten hatte, fanden zahlreiche kleinere Aktionen entlang der Schienenstrecken statt. Uns haben etliche Bilder und Videos erreicht, auf denen kleine Gruppen mit Protestbannern die Durchfahrt des Castors begleiteten. Kurz vor der Ankunft in Biblis gelang dann einer Handvoll Aktivist*innen eine Schienenblockade auf dem Gleis zum AKW.

Gegen die absolute Geheimhaltung

Alle Details zum Transportablauf unterliegen offiziell der absoluten Geheimhaltung. Schließlich befindet sich in den Behältern hochgiftiger Atommüll, der unter keinen Umständen in falsche Hände gelangen darf.

Mit Pressearbeit und einem Castor-Ticker hat das Bündnis den Transport begleitet. Viele Medien haben unsere Kritikpunkte an dem gefährlichen & unnötigen Transport aufgegriffen. Hohe Zugriffszahlen und eine umfassende Berichterstattung bestätigen uns ein öffentliches Interesse am Thema.

Gäbe es unsere Aktivität nicht, würde im Vorfeld kaum jemand erfahren, wann der Castor rollt, was dagegen spricht oder wer von dem Transport betroffen sein könnte. Erst ein massives Polizeiaufgebot vor der Haustür würde darauf aufmerksam machen, oder die Berichterstattung der Presse am nächsten Tag.

Deshalb bringen wir Licht in das Dunkel der atomaren Drecks-Geschäfte. Um Aufmersamkeit für die Thematik zu erlangen und um betroffene Menschen über die Gefahren aufzuklären.

Wir sind sehr zufrieden mit dem, was unter Corona-Bedingungen und inmitten eines Lockdowns erreicht wurde! Und wir danken allen, die sich in den letzten Wochen zwischen Sellafield und Biblis am Protest gegen diesen riskanten Atommülltransport beteiligt haben.

Viele der Aktionen und der Ablauf sind im Ticker nachzulesen.
Weshalb der Protest nötig ist, obwohl in Deutschland der "Atomausstieg" beschlossen wurde, kann in der Rubrik "Aktuelles" nachgelesen werden.

Ein Eindruck der Vielfältigkeit:

Pressekontakt:
Silke Westphal (Nord)
T. 0160 – 99 50 50 28

Kerstin Rudek (Nord)
T. 0159 - 02154831

Herbert Würth (Süd)
T. 0162 – 57 64 425

Telefonnummer Legal Team (EA):
030 - 34060313

SPENDENKONTO

Sued-Westdeutsche
Anti-Atom-Initiativen

IBAN: DE 54 4306 0967 6020 2675 01
BIC: GENODEM1GLS

Kto: 602 026 750 1 | BLZ: 430 609 67
GLS Gemeinschaftsbank Bochum

Stichwort: "CastorStoppen"

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