ES IST NOCH NICHT VORBEI

Neue CASTOR-Transporte ab 2020 geplant!

CASTOR-Alarm 2020? Hat sich da nicht jemand im Jahrzehnt vergriffen? Leider nicht. Für die Jahre 2020 bis 2024 sind vier Castor-Transporte geplant, bei denen hochradioaktiver Atommüll von Frankreich und Großbritannien nach Deutschland verschoben werden soll, ohne dass es ein Konzept für eine langfristige Lagerung gibt und geben kann. Jeder einzelne Transport stellt ein zusätzliches Risiko durch radioaktive Verstrahlung dar.

Transportstrecke & -ablauf

kartsellafieldbiblis

#castor2020 verschoben!

Liebe Atomkraftgegner*innen, liebe Klimaaktivisten*innen,

es waren leider nicht die umfangreichen Kritikpunkte am Sicherheitskonzept für den Transport und der Einlagerung im Zwischenlager Biblis, die für den am Donnerstag Abend verkündeten Castor-Stopp sorgten. 6.000 Beamt*innen der Bundespolizei sollen so gegen die Infektion mit dem Corona-Virus geschützt werden, begründet Bundesinnenminister Seehofer die Absage des Transporttermins für „Anfang April“.

Dieser Atommülltransport ist also nur verschoben!

Die Mitte Februar erteilte Transportgenehmigung gilt bis zum 31.12.2020. Wie lange die Vorsorgemaßnahmen gegen das Infektionsrisiko nun gelten und ob es realistisch ist, dass der Castor-Transport noch dieses Jahr stattfinden wird, darüber lässt sich aktuell natürlich nur spekulieren.

Eines ist aber durch die Veröffentlichungen des Innenministeriums deutlich geworden: Unsere Protestankündigungen wurden sehr ernst genommen. Sonst bräuchte es wohl keine 6.000 Polizisten zum Schutz der Gleise… Die Gesamtzahl der eingeplanten Beamt*innen liegt noch höher durch den Wasserschutz etc.

Diese jetzt bekannt gewordene Dimension bedeutet aber auch, dass mit einiger Sicherheit kurz vor dem nächsten Transporttermin „Allgemeinverfügungen“ oder besser: generelle Demoverbote für bestimmte Bereiche an der Transportstrecke erlassen werden, die unsere Grundrechte aushebeln. In den betroffenen Regionen wird in den Tagen vor dem Transport eine Dauerbelagerung durch die Polizei stattfinden, an Brücken, Bahnübergängen, Bahnhöfen, mit Kontrollen und Platzverweisen – so wie damals in und um Gorleben.

Mit dem Castor kommt nicht nur der Atommüll zurück – sondern auch der Polizeistaat…

Wie geht es jetzt weiter?

Wir wollen die Terminverschiebung nutzen, um erneut und nachdrücklich auf die Sicherheitsdefizite und Risiken hinzuweisen:

An den Zielorten der Castortransporte (geplant sind neben der Fuhre für Biblis in den kommenden Jahren Transporte zu den AKW Philippsburg, Isar und Brokdorf) gibt es kein belastbares Reparaturkonzept für defekte Behälter. Die Zwischenlagerhallen sind nicht sicher gegen Einwirkungen von außen. Grundsätzlich gibt es kein Konzept für die langfristige Lagerung der hochradioaktiven Abfälle, dennoch wird mit jedem Reaktorbetriebstag mehr von dem hochgiftigen Dreck produziert. Bis zu einer verantwortbaren Lösung für den Atommüll muss das Hin- und Herschieben der Abfälle unterbleiben!

Der Transport muss nicht verschoben, sondern abgesagt werden! Wir wollen einen generellen Stopp der geplanten Atommülltransporte durchsetzen.

Das Bündnis “Castor stoppen” bleibt weiter am Ball, wir werden unsere Aktionen planen, Kritikpunkte vorbringen und euch alle informieren, sobald es Neuigkeiten zum Transport gibt.

Vielen Dank für das Interesse und die Unterstützung!

Bündnis CASTOR-stoppen – https://www.castor-stoppen.de

Zum Ablauf des Castortransports aus der britischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield zum Zwischenlager am Atomkraftwerk Biblis (Hessen) ist bisher folgendes bekannt bzw. lässt sich erahnen:

Genehmigt wurde am 14. Februar der Transport der hochradioaktiven Abfälle aus Sellafield zum Zwischenlager Biblis in maximal sechs Transportbehältern im Zeitraum vom 1. März bis 31. Dezember 2020.

  • Die Deutsche Flugsicherung hat bereits am 27.2. bekannt gegeben, dass “über den Gebieten Nordenham und Nordenham-Hude (FIR Bremen) sowie über Ibersheim (Langen FIR)” ab 25. März bis 05. April 2020 Flugbeschränkungen gelten, “die über alle Tage hinweg 24 Stunden lang gültig sind.” Dieser Bereich umfasst einerseits den Hafen von Nordenham als auch die Bahnstrecke von Nordenham bis nach Hude, die der Castorzug nehmen muss. Außerdem ist der Bereich rund um das AKW Biblis von dem Flugverbot im gleichen Zeitraum betroffen.

    –> Damit ist bestätigt, dass höchstwahrscheinlich in Nordenham der Umschlag vom Schiff auf die Schienenwaggons stattfinden wird.

    –> Als Transporttermin gilt der Zeitraum 25. März bis 05. April 2020 nun als sehr wahrscheinlich.

Über konkretere Hinweise aller Art sind wir sehr dankbar! Meldet euch über das Infotelefon (0175 — 6451607) oder per Mail (info@castor-stoppen.de)

Es muss ein Schiffstransport erfolgen, dafür stehen in Sellafield Spezialtransportschiffe zur Verfügung. Laut Greenpeace Frankreich kommt das Schiff "Oceanic Pintail" zum Einsatz, ein über 30 Jahre alter “Nuclear Fuel Carrier” der britischen WAA-Betreiberfirma.

  • Aktuell befindet es sich im Heimathafen Barrow in Furness, nahe der Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield. Über marinevesseltraffic.com kann derzeit die Position des Schiffes abgefragt werden. Wenn der Transport beginnt, ist es möglich, dass diese öffentliche Ortung nicht mehr funktioniert.

Warum Nordenham?

Das am 27.2. veröffentlichte Flugverbot, dass "über den Gebieten Nordenham und Nordenham-Hude (FIR Bremen) sowie über Ibersheim (Langen FIR)" gilt, umfasst einerseits den Hafen von Nordenham als auch die Bahnstrecke von Nordenham bis nach Hude, die der Castorzug nehmen muss.

Außerdem ist der Bereich rund um das AKW Biblis von dem Flugverbot im gleichen Zeitraum betroffen!

–> Damit ist bestätigt, dass höchstwahrscheinlich in Nordenham der Umschlag vom Schiff auf die Schienenwaggons stattfinden wird.

Flugverbot über AKW Biblis

Dass der Atommüll im Hafen von Nordenham vom Schiff auf die Schiene umgeladen wird, wurde bisher öffentlich weder bestätigt noch dementiert. Im privaten (und abgeschirmten) Midgart-Hafen in Nordenham fand allerdings im September 2019 eine für die Genehmigung nötige “Kalthantierung” eines leeren Atommüll-Behälters mit anschließender Verschiffung nach Sellafield statt. Mithilfe eines dort vorhandenen Krans mit 140 Tonnen Hubkraft können die sechs jeweils 114 Tonnen schwere Castorbehälter vom Schiff auf Bahnwaggons umgeladen werden.

Im September 2019 wurde über den niedersächsischen Hafen von Nordenham der letzte der erforderlichen Castor-Behälter mit dem Spezialschiff "Pacific Grebe" Richtung Sellafield transportiert. Dazu wurde mit einem mobilen Kran im Hafen der Behälter vom Bahnwaggon auf das Schiff umgeladen. Wie das 2018 mit einem Leerbehälter im Hafen von Nordenham funktionierte, davon liefert uns die Firma DAHER auf ihrer Webseite Bilder. Die GNS ergänzt am 15. Februar: "Die hierfür verwendeten Kräne und Fahrzeuge seien für Handhabungen von leeren und beladenen Brennelementbehältern mit vergleichbaren Abmessungen ausgelegt und am Standort bereits vielfach bewährt."

2012: Ankunft des MOX-Schiffes in Nordenham, Bild: publiXviewing

In Nordham wurde bereits 2012 ein MOX-Brennelementtransport aus Sellafield angelandet, damals allerdings per LKW mit Fracht für das AKW Grohnde. Im Midgart Hafen wird zudem seit Jahrzehnten Material der US-Army umgeschlagen.

Der Hafenanleger im Haupthafen von Nordenham verfügt über einen Schienenanschluß.

Bis zum Atomkraftwerk Biblis rollen die Castorbehälter auf Schienenwaggons, das AKW besitzt einen Gleisanschluß.

Haltet die Augen offen!

Mögliche konkrete Hinweise darauf, dass Nordenham der Castor-Umschlagort werden wird: Etwa 1-2 Wochen vorher (bezogen auf den o.g. Termin also ab Mitte März) werden die nötigen Bahnwaggons für begleitende Polizei, die Bahnwaggons für die Castorbehälter sowie Diesel-Loks bereitgestellt. Das muss nicht auf dem Hafengelände, sondern kann irgendwo in der Nähe sein. Spätestens dann wird die Polizei rund um diesen Ort und den Hafen Patrouille fahren.

Transportdauer

Laut GNS werden die Behälter zunächst auf der Schiene von der Wiederaufarbeitungsanlage in Sellafield zu einem englischen Seehafen gebracht, wo sie auf ein Spezial-Schiff für den Transport verladen werden. Von dort aus dauere die Reise bis ins Zwischenlager in Biblis rund eine Woche, so ein GNS-Sprecher auf Nachfrage.

Möglicher (!) Transportablauf:

  • Schiffstransport vom britischen Hafen Barrow in Furness (nahe der Plutoniumfabrik Sellafield) zu einem „deutschen Seehafen“, vermutlich Nordenham: 3-4 Tage
  • Verladung Schiff auf Schiene plus Strahlenmessungen: ca. 1 Tag (kann auch schneller gehen, 4-6 Stunden sind technisch möglich)
  • Bahntransport nach Biblis: etwa 10-14 Std., es ist davon auszugehen, dass der Atommülltransport mit Vorrang fahren darf.

Der Bahntransport

Vom Midgart-Hafen in Nordenham führt eine eingleisige (!) Bahnstrecke bis nach Hude.

Von dort aus gibt es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten für den Streckenverlauf bis zum Atomkraftwerk Biblis in Hessen:

  • Hude – Delmenhorst – Bremen -Diepholz – Osnabrück – Münster – (…) oder Bremen – Hannover – Göttingen – Kassel – Fulda – Hanau – …
  • Hude – Oldenburg – Leer – Papenburg – Meppen – Lingen – Rheine – Münster – (…)

Es gibt zahlreiche Varianten, siehe u.a. Karte. Eine Übersicht mit allen Bahnstrecken in Deutschland liefert z.B. die Webseite kompf.de oder https://www.openrailwaymap.org/

Entlang der Bahnstrecken wird die Polizei Kontrollfahrten vornehmen, die möglicherweise auf die Streckenführung durch Deutschland hinweisen. Bei den letzten Castortransporten nach Gorleben wurden allerdings alle realistisch möglichen Routen überwacht – und erst kurz vorher die tatsächliche Strecke gewählt.

  • Nach Auswertung zahlreicher Streckenkombinationen sollte die Fahrzeit Nordenham - Biblis zwischen knappen 8 und 11 Stunden betragen.

Der genaue Zeitpunkt für den TAG X wird erst wenige Tage vorher feststehen.

Informiert euch also, bleibt auf dem Laufenden: Tragt euch in unseren Newsletter und die SMS-Alarmliste ein.

Protest

Aktivist*innen haben angekündigt, dass es angemeldete Mahnwache als überregionaler Anlaufpunkt geben wird. Einige davon sind bereits angemeldet:

  • „im Umfeld des Bahnhofs Nordenham“, als Anlaufpunkt u.a. aus Norddeutschland inkl. des Wendlands
  • in Bremen am Bahnhof. Treffen ist ab dem Anlegen des Schiffes in Nordenham!
  • in Oldenburg: auf dem Zentralcampus der Uni (Uhlhornsweg) ist ein Infopunkt angemeldet worden. Auch hier Treffen ab dem Anlegen.
  • In Biblis sind Mahnwachen am Bahnhof Biblis und vor dem AKW geplant: Mahnwache am Bahnhof, am Rübgarten und Mahnwache am Atomkraftwerk - Parkplatz

Außerdem sollen entlang der Transportstrecke weitere Mahnwachen als Anlaufpunkte für die Proteste gegen den Transport dienen. Sobald die Orte angemeldet sind, werden wir sie veröffentlichen!

Legal-Team

Das Legal Team / der Ermittlungsausschuss (EA) ist während des gesamten Castor-Zeitraumes rund um die Uhr telefonisch für euch erreichbar, wenn es Probleme mit der Polizei gibt. Wenn du selbst festgenommen wirst, benachrichtige den EA von der Polizeiwache aus! Du hast das Recht auf einen Telefonanruf, bitte nutze den um uns zu informieren. Wichtig: Mach keine Aussagen und unterschreibe nichts bei der Polizei! Melde dich auch unbedingt wieder bei uns, wenn du frei bist! Wenn du bei anderen Personen Festnahmen beobachtest – bitte ruf uns direkt an, dann kümmern wir uns.

Wir wollen euch im Umgang mit Polizei & Repression unterstützen.

Telefonnummer Legal Team: 030 - 34060313

Kontakt per Mail: legalteam@castor-stoppen.de

Infoflyer mit vielen hilfreichen Aktions-Hinweisen (pdf)

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Stichwort: "CastorStoppen"

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