#castor-TICKER Ahaus
Ticker zum Protest gegen die Atommüll-Lawine von Jülich nach Ahaus.
Der Aufruf des Irans zu Vergeltungsschlägen in europäischen Staaten betrifft auch die geplanten Castor-Transporte. Wenn Sicherheitsexpert*innen und -behörden warnen, dass auch in Deutschland böswillige Angriffe möglich sind, ist die bisherige Risikobewertung des Atommüll-Bundesamts (BASE) überholt und hinfällig. Transporte von Atommüll müssen nun erst recht unterbleiben, fordert Helge Bauer von der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt in einer aktuellen Pressemitteilung. Bundesregierung und Behörden müssen auf die veränderte Sicherheitslage reagieren und die geplanten Transporte unterbinden.

Heute Nachmittag hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg die Klage des BUND NRW gegen den Sofortvollzug der Transportgenehmigung für die 152 Autobahn-Castoren von Jülich nach Ahaus zurückgewiesen. Damit ist nun der Weg frei für den Start der Atommüll-Lawine durch Nordrhein-Westfalen. Transporteur, Absender und Polizei hatten bereits erklärt, dass alle Vorbereitungen abgeschlossen seien. Zuletzt hieß es, man wolle das Gerichtsurteil abwarten.
Im Gegensatz zur ersten Instanz sieht das OVG beim BUND durchaus eine Berechtigung für eine Beschwerde, gegen die Beförderungsgenehmigung vorzugehen. Der Antrag sei aber nach Überzeugung des OVG „inhaltlich unbegründet“. Das öffentliche Interesse an einer baldigen Räumung des Lagers in Jülich, dessen Genehmigung bereits vor Jahren ausgelaufen sei, überwiege das Interesse der Kläger:innen. Die Eilentscheidung aus Berlin ist nicht anfechtbar.
„Wenn wesentliche Teile der Akten geheim bleiben und selbst im gerichtlichen Verfahren nicht vollständig überprüfbar sind, bleibt ein Rest an Unsicherheit bestehen“, so die stellvertretende Landesvorsitzende Kerstin Ciesla. Zudem ist die vom Gericht betonte Dringlichkeit der Transporte ist angesichts der seit zwölf Jahren hingenommenen Lagerung der Castoren im Zwischenlager nicht nachvollziehbar.
Möglich ist es nun, dass schon nächste, spätestens übernächste Woche der erste Transport rollen wird.
Kommt jetzt Samstag, 7. März, um 11.30 Uhr zur großen Demo nach Ahaus! Auftakt ist am Rathaus in der Fußgängerzone!
Die Transportfirma Orano drohte schon im Dezember mit dem Beginn der Transporte. Mitte Januar hieß es von der Jülicher Entsorgungsgesellschaft, auf dessen Gelände sich die 152 Castorbehälter befinden, „alle internen Vorbereitungen“ seien „abgeschlossen“, man sei „aus technischer Sicht“ bereit für den Start der Abtransporte. Ebenfalls im Januar erklärte die Polizei Münster, sie sei auf die Castortransporte von Jülich nach Ahaus „vorbereitet“: Die Einsatzplanung sei weitgehend abgeschlossen und könne zeitnah umgesetzt werden…
Aber: Derzeit klagt noch der BUND NRW vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg gegen den Sofortvollzug der Transportgenehmigung. Ob es vor Ostern noch ein Transportzeitfenster für den Beginn der größten Atommülllawine in der Geschichte der Bundesrepublik gibt, hängt nun primär vom OVG ab. Der Zeitplan dort ist nach unseren Informationen noch völlig offen.
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Erstmal steht die nächste große Demo in Ahaus an: Am Samstag, 7. März werden wir wieder auf die Straße gehen und fordern, die Atomtransporte sofort zu stoppen.
Bereits 50 Organisationen rufen für Samstag, den 7. März, zu einer Anti-Atom-Demonstration in Ahaus auf. Sie untermauern damit ihre Forderung nach einem Verzicht auf den Transport des hochradioaktiven Atommülls aus dem Forschungszentrum Jülich und dem Forschungsreaktor Garching ins Zwischenlager Ahaus. Atommüll soll nur noch einmal transportiert werden, nämlich in ein Endlager. Bis dahin muss eine möglichst sichere Zwischenlagerung erfolgen.
Zugleich fordern die 50 Organisationen in ihrem Demo-Aufruf die Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau und der Brennelementefabrik Lingen: 15 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima ist der bundesdeutsche Atomausstieg an Münsterland und Emsland vorbeigegangen. Sinnlose und gefährliche Atommüll-Verschiebung von einem Zwischenlager in ein anderes und der Weiterbetrieb der zwei Uranfabriken in Gronau und Lingen sind das Gegenteil von Atomausstieg!
Unter dem Titel „Die ungelöste Erbfrage des Reaktors am Wannsee“ berichtet RBB24 zum angekündigten Atommüll-Transport aus dem Forschungsreaktor Berlin in das nordrhein-westfälische Zwischenlager Ahaus: Das Helmholtz-Zentrum Berlin, das den Reaktor BER-II bis 2019 betrieben hat, rechnet laut Berliner Umweltverwaltung nicht damit, vor 2027 mit dem Abtransport des radioaktiven Abfalls beginnen zu können. Es handelt sich um 66 hochradioaktive Brennelemente, die in Transport- und Lagerbehältern vom Typ „Castor“ per LKW transportiert werden sollen.
Atommüll soll auch aus Bayern kommen
Aus dem Forschungsreaktor FRM-II in Garching bei München ist ebenfalls die Anlieferung von Atommüll nach Ahaus angekündigt worden. Im August 2025 wurden die Genehmigungen zur Aufbewahrung von bis zu 21 Castor-Behältern und der Transport von vorerst zwei Castoren mit 10 Brennelementen in zwei Straßentransporten genehmigt. Die Beförderungsgenehmigung ist bis Ende Mai 2027 gültig. Einen Transporttermin gibt es bisher offiziell nicht, die Planungen unterliegen der Geheimhaltung.
Jeder Atommüll-Transport ist gefährlich und birgt das Risiko schwerer Unfälle oder eines Anschlags. In Ahaus kann der Atommüll nicht bleiben. Es ist eine ratlose Atommüllverschiebung „von irgendwo nach nirgendwo“. Deshalb ist unsere Antwort: Protest.
Trotz Regenwetters versammelten sich am Samstag Atomkraftgegner:innen an der möglichen Castor-Transportstrecke bei Jülich, um auf die angekündigte Atommüll-Lawine nach Ahaus hinzuweisen. Aufgerufen hatte das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ zu der Mahnwache. Die Aktivist:innen erneuern mit der Aktion ihre Forderung an die NRW-Landesregierung und die Bundesregierung, auf die gefährlichen Castor-Transporte zu verzichten.
Berichte:
kraz Aachen – Mahnwache gegen Castor-Transporte
herzog-magazin.de – Protest gegen geplante Castorentransporte

Gestern Abend als Punkt 10.1 auf der Tagesordnung der Ratssitzung beschlossen wurde der Antrag „Risiken im Umgang mit Atommüll minimieren – Keine Uran- und Castor-Transporte durch Münster“ als gemeinsamer Antrag der Fraktion GRÜNE, der SPD-Fraktion, der Fraktion Volt, der Die Linke Ratsfraktion Münster und der Ratsgruppe Die PARTEI/ÖDP-Gruppe.
Dieser wegweisende und weitreichende Beschluss richtet sich gegen weitere Urantransporte von und zur Urananreicherungsanlage Gronau, die regelmäßig Münsteraner Stadtgebiet passieren. Aber auch gegen neue Castor-Transporte von Jülich und Garching nach Ahaus. In der Resolution wird zudem die Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau, der Brennelementefabrik Lingen sowie des Forschungsreaktors Garching bei München gefordert, um die Produktion von neuem Atommüll zu vermeiden.
„Wir freuen uns sehr, dass der Münsteraner Stadtrat mit breiter Mehrheit Stellung gegen die gefährlichen Castor- und Urantransporte bezogen hat. Auch drei Jahre nach Abschaltung des letzten deutschen Atomkraftwerks gibt es im Münsterland und im benachbarten Emsland noch immer Atomfabriken, die beständig neuen Atommüll produzieren. Münster und das Münsterland sind durch regelmäßige Atomtransporte davon stark betroffen. Eine sichere Endlagermöglichkeit gibt es nicht. Deshalb ist auch die Ablehnung der Castor-Transporte ins Zwischenlager Ahaus nur konsequent“, so die Initiative Sofa Münster, auf deren Initiative der Antrag zurückgeht.
Münster verbannt also Atomtransporte vom Stadtgebiet – und zeigt damit, dass die ungelöste Atommüll-Problematik nicht nur eine Frage für die Städte mit einem Zwischenlager ist. Die ungeklärte Atommüll-Frage betrifft durch die Atommülltransporte ganz viele Städte. Auch andere Kommunen könnten sich nun ähnlich positionieren. Ohne eine Klärung der Endlagerfrage machen Atommülltransporte von A nach B keinen Sinn.
Die Stadtverwaltung Münster ist nun aufgefordert, den betroffenen Behörden und Unternehmen diesen Beschluss zu kommunizieren – und sendet damit ein klares und selten parteiübergreifendes, politisches Signal!
Dass die angekündigten Transporte von Jülich nach Ahaus davon betroffen sind, ist eher unwahrscheinlich. Die Autobahn 1 bei Münster zu nutzen, wäre ein deutlicher Umweg.
Tag X3 - 5./6.5.2026
Transportiert wurde ein Behälter. In Jülich warten noch 149.
ca. 21.45 Uhr - Abfahrt in Jülich
23.30 Uhr - A42, kurz vor dem Kreuz Oberhausen-West
1.15 Uhr - Ahaus Zwischenlager
Tag X2 - 21./22.4.2026
Transportiert wurde ein Behälter. In Jülich warten noch 150.
ca. 23.00 Uhr - Abfahrt Jülich wegen technischem Defekt verspätet
2.20 Uhr - Bottrop
3.35 Uhr - Ahaus Zwischenlager
Tag X1 - 24./25.3.2026
Transportiert wurde ein Behälter. In Jülich warten noch 151.
22.07 Uhr - Abfahrt Jülich
0.10 Uhr - A42, Rheinbrücke
2.00 Uhr - Ahaus Zwischenlager
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Jülich - stop.westcastor@posteo.de
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