#castor-TICKER Ahaus
Ticker zum Protest gegen die Atommüll-Lawine von Jülich nach Ahaus.
Bereits 50 Organisationen rufen für Samstag, den 7. März, zu einer Anti-Atom-Demonstration in Ahaus auf. Sie untermauern damit ihre Forderung nach einem Verzicht auf den Transport des hochradioaktiven Atommülls aus dem Forschungszentrum Jülich und dem Forschungsreaktor Garching ins Zwischenlager Ahaus. Atommüll soll nur noch einmal transportiert werden, nämlich in ein Endlager. Bis dahin muss eine möglichst sichere Zwischenlagerung erfolgen.
Zugleich fordern die 50 Organisationen in ihrem Demo-Aufruf die Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau und der Brennelementefabrik Lingen: 15 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima ist der bundesdeutsche Atomausstieg an Münsterland und Emsland vorbeigegangen. Sinnlose und gefährliche Atommüll-Verschiebung von einem Zwischenlager in ein anderes und der Weiterbetrieb der zwei Uranfabriken in Gronau und Lingen sind das Gegenteil von Atomausstieg!
Unter dem Titel „Die ungelöste Erbfrage des Reaktors am Wannsee“ berichtet RBB24 zum angekündigten Atommüll-Transport aus dem Forschungsreaktor Berlin in das nordrhein-westfälische Zwischenlager Ahaus: Das Helmholtz-Zentrum Berlin, das den Reaktor BER-II bis 2019 betrieben hat, rechnet laut Berliner Umweltverwaltung nicht damit, vor 2027 mit dem Abtransport des radioaktiven Abfalls beginnen zu können. Es handelt sich um 66 hochradioaktive Brennelemente, die in Transport- und Lagerbehältern vom Typ „Castor“ per LKW transportiert werden sollen.
Atommüll soll auch aus Bayern kommen
Aus dem Forschungsreaktor FRM-II in Garching bei München ist ebenfalls die Anlieferung von Atommüll nach Ahaus angekündigt worden. Im August 2025 wurden die Genehmigungen zur Aufbewahrung von bis zu 21 Castor-Behältern und der Transport von vorerst zwei Castoren mit 10 Brennelementen in zwei Straßentransporten genehmigt. Die Beförderungsgenehmigung ist bis Ende Mai 2027 gültig. Einen Transporttermin gibt es bisher offiziell nicht, die Planungen unterliegen der Geheimhaltung.
Jeder Atommüll-Transport ist gefährlich und birgt das Risiko schwerer Unfälle oder eines Anschlags. In Ahaus kann der Atommüll nicht bleiben. Es ist eine ratlose Atommüllverschiebung „von irgendwo nach nirgendwo“. Deshalb ist unsere Antwort: Protest.
Trotz Regenwetters versammelten sich am Samstag Atomkraftgegner:innen an der möglichen Castor-Transportstrecke bei Jülich, um auf die angekündigte Atommüll-Lawine nach Ahaus hinzuweisen. Aufgerufen hatte das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ zu der Mahnwache. Die Aktivist:innen erneuern mit der Aktion ihre Forderung an die NRW-Landesregierung und die Bundesregierung, auf die gefährlichen Castor-Transporte zu verzichten.
Berichte:
kraz Aachen – Mahnwache gegen Castor-Transporte
herzog-magazin.de – Protest gegen geplante Castorentransporte

Gestern Abend als Punkt 10.1 auf der Tagesordnung der Ratssitzung beschlossen wurde der Antrag „Risiken im Umgang mit Atommüll minimieren – Keine Uran- und Castor-Transporte durch Münster“ als gemeinsamer Antrag der Fraktion GRÜNE, der SPD-Fraktion, der Fraktion Volt, der Die Linke Ratsfraktion Münster und der Ratsgruppe Die PARTEI/ÖDP-Gruppe.
Dieser wegweisende und weitreichende Beschluss richtet sich gegen weitere Urantransporte von und zur Urananreicherungsanlage Gronau, die regelmäßig Münsteraner Stadtgebiet passieren. Aber auch gegen neue Castor-Transporte von Jülich und Garching nach Ahaus. In der Resolution wird zudem die Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau, der Brennelementefabrik Lingen sowie des Forschungsreaktors Garching bei München gefordert, um die Produktion von neuem Atommüll zu vermeiden.
„Wir freuen uns sehr, dass der Münsteraner Stadtrat mit breiter Mehrheit Stellung gegen die gefährlichen Castor- und Urantransporte bezogen hat. Auch drei Jahre nach Abschaltung des letzten deutschen Atomkraftwerks gibt es im Münsterland und im benachbarten Emsland noch immer Atomfabriken, die beständig neuen Atommüll produzieren. Münster und das Münsterland sind durch regelmäßige Atomtransporte davon stark betroffen. Eine sichere Endlagermöglichkeit gibt es nicht. Deshalb ist auch die Ablehnung der Castor-Transporte ins Zwischenlager Ahaus nur konsequent“, so die Initiative Sofa Münster, auf deren Initiative der Antrag zurückgeht.
Münster verbannt also Atomtransporte vom Stadtgebiet – und zeigt damit, dass die ungelöste Atommüll-Problematik nicht nur eine Frage für die Städte mit einem Zwischenlager ist. Die ungeklärte Atommüll-Frage betrifft durch die Atommülltransporte ganz viele Städte. Auch andere Kommunen könnten sich nun ähnlich positionieren. Ohne eine Klärung der Endlagerfrage machen Atommülltransporte von A nach B keinen Sinn.
Die Stadtverwaltung Münster ist nun aufgefordert, den betroffenen Behörden und Unternehmen diesen Beschluss zu kommunizieren – und sendet damit ein klares und selten parteiübergreifendes, politisches Signal!
Dass die angekündigten Transporte von Jülich nach Ahaus davon betroffen sind, ist eher unwahrscheinlich. Die Autobahn 1 bei Münster zu nutzen, wäre ein deutlicher Umweg.
Im Rat der Stadt Münster fordern die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, SPD, Volt, Die Linke, der ÖDP sowie der Gruppe Die PARTEI den Transport von radioaktivem Material durch das Stadtgebiet künftig zu verbieten. Dabei geht es einerseits um Transporte von Uranhexafluorid im Zusammenhang mit der Urananreicherungsanlage in Gronau. Möglich ist aber auch, dass die angekündigten Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus oder vom Forschungsreaktor Garching in das Zwischenlager Ahaus über Münsteraner Stadtgebiet führen – die Antragsteller:innen nennen eine „mögliche Streckenführung über die Autobahn A1 im Westen Münsters“. Der Rat muss sich mit dem weitreichenden Antrag auf seiner nächsten Sitzung am 11. Februar beschäftigen.
Transporte in ein Zwischenlager stellen ein Risiko dar, Atommüll von einem ins andere Zwischenlager zu bringen ist keine dauerhafte Lösung – zumal die Genehmigung für das Zwischenlager Ahaus zeitlich befristet ist. Stattdessen soll radioaktiver Müll möglichst an den bisherigen Standorten verbleiben. – mehr zu dem Antrag hier
Die Mahnwache des Aktionsbündnisses Stop Westcastor findet am Samstag den 21. Februar von 14.00 bis 16.00 Uhr auf der Aachener Landstraße 25, 52428 Jülich (vor dem ehemaligen Restaurant Königshäuschen) statt. Geplant war die Aktion auf dem Rasthof „Ruraue Südseite“, dem hatte die Polizei aber widersprochen: Auf Autobahn-Rasthöfen seien Versammlungen verboten.
Samstag, 7. März, 11.30 Uhr: Große Demo in Ahaus ab Rathaus – wir ziehen wieder auf die Castor-Strecke in Ahaus!
Es wird Ernst: Seit Jahren ringen wir darum, dass die 152 Castoren mit dem hochradioaktiven Atommüll aus dem Forschungszentrum Jülich genau dort bleiben, bis ein geeignetes, für zehntausende Jahre sicheres Endlager gefunden wird. Dazu muss vor Ort in Jülich ein neues, möglichst sicheres Zwischenlager gebaut werden. Auch gegen die geplanten Castor-Transporte aus Garching und Berlin über die Autobahnen nach Ahaus wehren wir uns intensiv.
Aktuell klagt noch immer der BUND NRW vor dem OVG Berlin-Brandenburg gegen den Sofort-Vollzug der Transportgenehmigung und für das Verbandsklagerecht in Atomfragen. Doch vor wenigen Tagen teilte uns NRW-Innenminister Reul mit, die Polizei stünde schon „auf Abruf“ bereit und auch das bislang noch fehlende Strahlenschutzkonzept für die begleitenden Polizist:innen sei im Prinzip fertig.
Deshalb rufen wir für Samstag, 7. März, zu einer großen Demo in Ahaus auf! Die Auftakt-Kundgebung beginnt um 11.30 Uhr auf dem Rathausplatz vor dem Rathaus in der Innenstadt. Danach geht es zur Castor-Strecke, wo wir auf der zentralen Kreuzung Richtung Zwischenlager eine weitere Kundgebung machen.
Mit der Demo geht es uns nicht nur um die gefährlichen und unsinnigen Castor-Transporte nach Ahaus. Wenige Tage vor dem 15. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Fukushima demonstrieren wir auch mit Nachdruck für die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau, der Brennelementefabrik Lingen und des Forschungsreaktors Garching – wir fordern die konsequente Vollendung des Atomausstiegs! Wir wenden uns zudem gegen die AKW-Neubaupläne in den benachbarten Niederlanden sowie in Polen, Tschechien, Ungarn und anderen Ländern.
Atomkraft löst nicht die Energieprobleme der Zukunft – wir fordern eine konsequente, bürgernahe und fossilfreie Energiewende!!
Es gibt am 7. März in Ahaus viele Themen, für die wir auf die Straße gehen – seid mit dabei!
Demoaufruf hier / alle Infos: bi-ahaus.de

vermutlich Dienstag, 24.3.:
Am Tag X1, dem Tag des ersten Castor-Transports, wird es jeweils um 18 Uhr in Jülich vor dem Forschungszentrum eine Kundgebung sowie in Ahaus ab Bahnhof eine Demo geben.
ab 20 Uhr: Nächtliche Dauer-Mahnwache gegenüber von Zwischenlager Ahaus.
Kontakte & Infos:
Jülich - stop.westcastor@posteo.de
https://www.westcastor.org
Signal-Liste / SMS-Info: 0176 52270865
Ahaus - mail@bi-ahaus.de
https://bi-ahaus.de/
Instagram / WhatsApp
Münsterland:
https://sofa-ms.de/
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Überregional:
.ausgestrahlt
Die Transportfahrzeuge
Die Strecke durch Deutschland
Mögliche Castortransportstrecke Jülich - Ahaus (blau)
- vom Forschungszentrum Jülich über die B56 zur A44 Auffahrt Jülich West
- am Autobahnkreuz A44/A46 bei Jüchen auf die A46 Richtung Düsseldorf/ Neuss
- am Kreuz Neuss West auf die A57 Richtung Krefeld
- am Kreuz Kamp-Lintfort auf die A42 Richtung Oberhausen und über die Beeckerwerther Brücke über den Rhein (sofern diese für 130t befahrbar ist)
- alternativ: Kreuz Moers auf die A40 gehen
- die A42 führt zum Kreuz Oberhausen-West, dort geht es auf die A3
- im Kreuz Oberhausen auf die A2 und am Dreieck Bottrop dann auf die A31
- über die Abfahrt Ahaus Legden oder Ahaus Heek geht es dann zum Zwischenlager Ahaus
Mögliche Alternativ-Route Richtung Köln (rot):
- vom Forschungszentrum Jülich über die B56 Richtung Düren
- in Düren auf die A4 bis zum Kreuz Köln-West
- auf der A1 bis Dreieck Wuppertal-Nord, dann weiter über die A43 bis Kreuz Recklinghausen, dort auf die A2 Richtung Dreieck Bottrop
- alternativ auf der A1 über Leverkusen bis zum Kamener Kreuz, dort auf die A2 bis zum Dreieck Bottrop
- ab dort über die A31 Richtung Ahaus
Probecastor Ende 2023 (lila):
- auf der A57 ab Kreuz Meerbusch auf die A44
- Zwischenstopp in Düsseldorf-Stockum
- A52 bis Dreieck Breitscheid
- A3 bis Kreuz Kaiserberg, dort Abfahrt verpasst, LKW fährt rückwärts
- A40 und weiter A59 bis zur A42
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