#castor-TICKER Ahaus
Ticker zum Protest gegen die Atommüll-Lawine von Jülich nach Ahaus.
Mit einer Mahnwache haben am Montagabend rund 2 Dutzend Mitglieder der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“, der parteiunabhängigen Grün Alternativen Loste (GAL) Gronau und weiterer Initiativen NRW-Innenminister Herbert Reul „begrüßt“. Innenminister Reul kam nach Ahaus, um im Rahmen einer Lesung in Ahaus – Ottenstein sein neues Buch vorzustellen.
Mit der Mahnwache wurde in erster Linie vor den Gefahren der drohenden Castor-Atommüll-Transporte von Jülich nach Ahaus, aber auch vor jeglicher Nutzung der Atomenergie, gewarnt. Konkret fordern die Anti-Atomkraft-Initiativen von Minister Reul, dass er den gefährlichen Transport des Atommülls von Jülich nach Ahaus unterbindet.
Die Grün Alternative Liste (GAL) Gronau betont, dass 15 Jahre nach der Atomkatastrophe in Fukushima (Japan, 11.3.2011) die Atomtransporte in Gronau und Ahaus unterbunden und die noch immer produzierenden Uranfabriken in Gronau und Lingen gestoppt werden müssen. „Verantwortlich dafür sind die Landesregierungen in Düsseldorf und Hannover. Sie müssen zum Schutz der Bevölkerung handeln“, fordert GAL-Vorstandsmitglied Udo Buchholz.
Am 15. Jahrestag der Fukushima-Katastrophe (Mittwoch, 11.3.) findet in Lingen eine Mahnwache am alten Rathaus statt, 18.00 Uhr bis 18.30 Uhr.

Quelle: GAL / BBU
Für Montag, 9. März, hat die BI „Kein Atommüll in Ahaus“ ab 19.15 Uhr eine Mahnwache in Ahaus-Ottenstein, Ecke Im Garbrock/Solmsstraße, aus Anlass eines Besuchs von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) angemeldet. Der Innenminister hat wie zuvor schon Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und seine Stellvertreterin Mona Neubaur (Grüne) eine Gesprächseinladung der Anti-Atom-Initiativen ausgeschlagen. Auch Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) will nicht nach Ahaus kommen. Die Initiativen kritisieren diese Verweigerungshaltung scharf.



450 bei Anti-Atom-Demo in Ahaus – Proteste gehen weiter
– Castor-Transporte aus Jülich und Garching verhindern
– Uranfabriken in Gronau und Lingen stilllegen
– 9. März: Mahnwache zu Reul-Besuch in Ahaus-Ottenstein
– Castor-Tag X1: Proteste u. a. in Jülich und Ahaus
Am gestrigen Samstag haben rund 450 Atomkraftgegner:innen in Ahaus mit einer kraftvollen Demonstration gegen die geplanten jahrelangen, sinnlosen und hochgefährlichen Castor-Transporte aus Jülich, Garching und Berlin ins Zwischenlager Ahaus demonstriert. Konkret befürchten sie noch vor Beginn der NRW-Osterferien am 26. März den ersten von insgesamt bis zu 152 Castor-Transporten mit hochradioaktivem Atommüll aus dem Forschungszentrum Jülich über 170 Autobahn-Kilometer ins Zwischenlager Ahaus. Zu der Demo aufgerufen hatten über 50 Initiativen, Verbände, Klimagruppen, Kirchen und Parteien.
Darüber hinaus forderten die Organisationen die Vollendung des Atomausstiegs in Deutschland. Das bedeutet konkret die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau, der Brennelementefabrik Lingen und des Forschungsreaktors Garching. Stattdessen forderten sie eine Forcierung der erneuerbaren Energiewende, um die Abkehr von fossilen und uranhaltigen Rohstoffen zu beschleunigen. Sie kritisierren dabei die Versuche der Bundesregierung, die Energiewende auszubremsen.
Kerstin Ciesla, die stellvertretende Landesvorsitzende des BUND NRW erklärte dazu: „Wir sind tief enttäuscht, dass auf der politischen Ebene zwischen Bundesregierung und NRW-Landesregierung kein Versuch unternommen wird, die 152 Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus noch abzuwenden. Dabei ist völlig klar, dass die Sicherheitsgefahren weiter zunehmen – Stichworte „hybride Kriegsführung“, Kampfdrohnen und Terrorgefahren. Wir prüfen deshalb sehr genau, welche Optionen nach dem inhaltlich äußerst unbefriedigenden Eil-Beschluss des OVG Berlin-Brandenburg bleiben, und rufen die NRW-Landesregierung und die Bundesregierung auf, sich zu verpflichten, erst eine Entscheidung im Hauptverfahren abzuwarten. Ohne gesicherte Endlagerung gibt es keine Eile für den Transport von einem Zwischenlager in ein anderes.“
„Für uns ist der anhaltende Protest gegen die sinnlose Verlagerung des hochradioaktiven Atommülls von Jülich nach Ahaus ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Wir kämpfen schon seit 16 Jahren gegen diese gefährlichen Pläne. Anstatt in Jülich für die 152 Castoren ein neues, möglichst sicheres Zwischenlager zu bauen, fürchten wir eine Dauerlagerung in der Lagerhalle in Ahaus, deren Genehmigung auch schon 2036 ausläuft. Atomtransporte nach Ahaus sind eine Reise ohne Ziel. Hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn. Wir werden deshalb gegen die Castor-Transporte entschlossen und anhaltend auf die Straße gehen“, erklärten Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Heiner Möllers von der BI „Kein Atommüll in Ahaus“ gemeinsam.
„Atomausstieg in Deutschland endlich vollenden“
„15 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima und trotz des vom Bundestag beschlossenen Atomausstiegs laufen auch in Deutschland noch Atomanlagen. Der Gronauer Urananreicherer Urenco liefert z. B. angereichertes Uran via Südkorea für die Reaktoren in den Vereinigten Arabischen Emiraten – mitten im Kriegsgebiet am Persischen Golf. Die Brennelementefabrik Lingen will das wirtschaftliche Überleben ausgerechnet durch eine Kooperation mit dem Kreml-Atomkonzern Rosatom sichern, während der Forschungsreaktor Garching als ziviler Reaktor mit atomwaffenfähig hochangereichertem Uran betrieben wird. Atomkraft ist kein sauberes Geschäft, sondern extrem gefährlich. Deshalb fordern wir die Stilllegung dieser drei Atomanlagen, damit der Atomausstieg vollendet wird“, ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen. Die Demonstration war zudem ein Zeichen der Solidarität mit den niederländischen Anti-Atom-Initiativen, weil im Nachbarland mehrere neue Atomkraftwerke geplant sind.
Anti-Atom-Initiativen kündigen neue Proteste an:
1. Für den morgigen Montag, 9. März, hat die BI „Kein Atommüll in Ahaus“ ab 19.15 Uhr eine Mahnwache in Ahaus-Ottenstein, Ecke Im Garbrock/Solmsstraße, aus Anlass eines Besuchs von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) angemeldet. Der Innenminister hat wie zuvor schon Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und seine Stellvertreterin Mona Neubaur (Grüne) eine Gesprächseinladung der Anti-Atom-Initiativen ausgeschlagen. Auch Bundesumweltminiter Carsten Schneider (SPD) als Eigentümer des Ahauser Zwischenlagers will nicht Ahaus kommen. Die Initiativen kritisieren diese Verweigerungshaltung scharf.
2. Sollte es nun tatsächlich zum 1. Castor-Transport kommen, starten am Abend des ersten Transports – am Tag X1 – in Jülich und Ahaus zeitgleich um 18 Uhr zwei Protestaktionen:
– Jülich: Kundgebung vor dem Forschungszentrum
– Ahaus: Demo ab Bahnhof zum Rathaus
– Weitere Proteste an der 170 Kilometer langen Strecke sind zu erwarten – die Transporte werden höchstwahrscheinlich in der Nacht stattfinden.
Ganz allgemein stellen sich die Initiativen auf eine sehr lange Kampagne ein. Die SPD hatte einen Transport-Zeitraum von vier bis acht Jahren errechnet. Die Gewerkschaft der Polizei spricht deshalb von „Wahnsinn“, der mehrere Hundertschaften der NRW-Polizei auf Jahre zur reinen Castor-Begleitung verdonnern wird. Das ganze Transportvorhaben zeigt sehr deutlich die völlige Hilf- und Planlosigkeit im Umgang mit dem Atommüll in Deutschland.
- Foto: BI LüDa
- Foto: BI LüDa
- Foto: BI LüDa
- Foto: BI LüDa
- Foto: BI LüDa
- Foto: BI LüDa
Am 14. März findet erneut das „Castor Café“ in der LC36, Ludolf-Camphausen Straße 36 in Köln statt. Beginn: 18:00 Uhr.
Packt eure Rucksäcke und Koffer! Jeden Tag kann die Castorlawine jetzt beginnen!
Führt die Route der Castortransporte über die A2 durch Oberhausen? Das ist gut möglich. Dort sind die LINKEN alarmiert und bezeichnen die angekündigten Atommüll-Fahrten „widersinnig“: „Transporte von radioaktiven Stoffen durch dicht besiedelte Stadtgebiete und Ballungszentren wie das Ruhrgebiet sind unverantwortlich und müssen dringend verhindert werden“.
Spannend ist aber auch, dass weder Stadt noch Feuerwehr etwas zu den Transporten, dem Zeitpunkten oder Routen wissen, da das Thema bekanntlich unter Verschluss (Geheimsache) ist. Die Einsatzkräfte gehen aber von „keiner Gefahr“ aus, da die Castorbehälter „als extrem sicher, robust und strahlungsabschirmend gelten“. Selbst bei Unfällen „würde keine radioaktive Strahlung austreten“, heißt es in der WAZ.
Dipl.-Phys. Oda Becker und Prof. Dr. Jutta Weber haben Ende 2024 im Auftrag von .ausgestrahlt das Gutachten „Mögliche Auswirkungen von Terrorangriffen auf Zwischenlager für hochradioaktiven Abfall“ erstellt und kommen zu einer ganz anderen Bewertung, zum Beispiel: „Ein Beschuss mit einem Hohlladungsgeschoss könnte die Wand eines metallischen Behälters durchschlagen und in seinem Inneren Brennstoff zerstäuben. Der Beschuss würde weiterhin einen Druckaufbau im Inneren des Behälters bewirken. Dadurch würde eine beträchtliche Menge an radioaktivem Material [in das Lagergebäude und von dort] in die Atmosphäre freigesetzt.“
Der Aufruf des Irans zu Vergeltungsschlägen in europäischen Staaten betrifft auch die geplanten Castor-Transporte. Wenn Sicherheitsexpert*innen und -behörden warnen, dass auch in Deutschland böswillige Angriffe möglich sind, ist die bisherige Risikobewertung des Atommüll-Bundesamts (BASE) überholt und hinfällig. Transporte von Atommüll müssen nun erst recht unterbleiben, fordert Helge Bauer von der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt in einer aktuellen Pressemitteilung. Bundesregierung und Behörden müssen auf die veränderte Sicherheitslage reagieren und die geplanten Transporte unterbinden.

Heute Nachmittag hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg die Klage des BUND NRW gegen den Sofortvollzug der Transportgenehmigung für die 152 Autobahn-Castoren von Jülich nach Ahaus zurückgewiesen. Damit ist nun der Weg frei für den Start der Atommüll-Lawine durch Nordrhein-Westfalen. Transporteur, Absender und Polizei hatten bereits erklärt, dass alle Vorbereitungen abgeschlossen seien. Zuletzt hieß es, man wolle das Gerichtsurteil abwarten.
Im Gegensatz zur ersten Instanz sieht das OVG beim BUND durchaus eine Berechtigung für eine Beschwerde, gegen die Beförderungsgenehmigung vorzugehen. Der Antrag sei aber nach Überzeugung des OVG „inhaltlich unbegründet“. Das öffentliche Interesse an einer baldigen Räumung des Lagers in Jülich, dessen Genehmigung bereits vor Jahren ausgelaufen sei, überwiege das Interesse der Kläger:innen. Die Eilentscheidung aus Berlin ist nicht anfechtbar.
„Wenn wesentliche Teile der Akten geheim bleiben und selbst im gerichtlichen Verfahren nicht vollständig überprüfbar sind, bleibt ein Rest an Unsicherheit bestehen“, so die stellvertretende Landesvorsitzende Kerstin Ciesla. Zudem ist die vom Gericht betonte Dringlichkeit der Transporte ist angesichts der seit zwölf Jahren hingenommenen Lagerung der Castoren im Zwischenlager nicht nachvollziehbar.
Möglich ist es nun, dass schon nächste, spätestens übernächste Woche der erste Transport rollen wird.
Kommt jetzt Samstag, 7. März, um 11.30 Uhr zur großen Demo nach Ahaus! Auftakt ist am Rathaus in der Fußgängerzone!
Tag X1 - Dienstag, 24.3.2026
1 Castor-Behälter
24.3.2026
22.07 Uhr - Abfahrt in Jülich
22.45 Uhr - Kreuz Jüchen
23.15 Uhr - Neuss
23.20 Uhr - Kreuz Kaarst
23.30 Uhr - Konvoi in Höhe Kreuz Meerbusch auf der A57
25.3.2026
00.00 Uhr - Krefeld
00.10 Uhr - Konvoi fährt über Rheinbrücke bei Duisburg / A42
00.20 Uhr - Kreuz Oberhausen
00.30 Uhr - vor Kreuz Bottrop, Abzweig auf die A31
01.00 Uhr - bei Dorsten auf der A31
01.20 Uhr - Gescher
02.00 Uhr - Ahaus
Ermittlungsausschuss: 0151 - 51402319
Kontakte & Infos:
Jülich - stop.westcastor@posteo.de
https://www.westcastor.org
Signal-Liste / SMS-Info: 0176 52270865
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