#castor2025-TICKER
Ticker zum Protest gegen den Atommüll-Transport von der WAA Sellafield ins Zwischenlager Isar.
Langsam nähert sich der Konvoi aus mindestens acht Schiffen nun auf der letzte Seemeile seinem Etappenziel, dem Midgart-Hafen in Nordenham, der noch im Dunkeln liegt. Über der Szenerie schwebt ein Helikopter.
Der Begleitkonvoi um die Pacific Grebe hat um 4.30 Uhr noch 3sm Entfernung zum Midgart Hafen von Nordenham. An der Spitze fährt neben drei Polizeibooten ein Schlepper, um die Grebe beim Anlegen zu unterstützen. In einigem Abstand hinter dem Konvoi befinden sich drei weitere Rhibs auf der Weser.
4.45 Uhr – unklar ist, wo in diesem Verband sich die Grebe befindet und welche größeren Schiffe den Konvoi noch begleiten:
Unter dem Geleitschutz von nun fünf WSP-Schiffen (WSP3 und vier RHIBs) passiert die Pacific Grebe den Containterterminal Bremerhaven.
3:45 Uhr – Der Atommüllfrachter Pacific Grebe erreicht in Kürze den Containerterminal Bremerhaven. Auf dem Flight Radar gut sichtbar ist ein Begleithubschrauber Eurocopter der Bundespolizei (Bild unten). Offenbar fährt direkt hinter dem Atommüll-Konvoi ein „Vehicles-Carrier“, ein großes Frachtschiff. Sichtbar ist die Pacific Grebe und/oder etwaige weitere größere Begleitschiffe nicht, weil deren AIS ausgeschaltet ist. Neben dem WSP3 begleiten drei RHIBs den Konvoi (Bremen 10 und 20 sowie W27).
(Quelle: https://planefinder.net/flight/BPO869)
Um 3.00 Uhr befindet sich das Atommüll-Schiff Pacific Grebe in Begleitung des WSP-Schiffs WSP3 noch knappe 20sm vor Nordenham. Ein Hubschrauber ist nun wieder nahe des Konvois.
Im Gegensatz zur letzten, vergleichbaren Atommülllieferung in 2020 fällt der Geleitschutz in der Wesermündung sehr schmal aus. Damals nahmen sechs kleinere Boote die Grebe in Empfang. Heute befindet sich bis jetzt keines der verfügbaren Schlauchboote im Nahbereich des Transports. Allein die Bremen 20 erwartet das Schiff am nördlichen Ende des Containerterminals.
Pressekontakt
Kerstin Rudek
Tel. 015902154831
Die Strecke durch Deutschland
HINTERGRUND
Statt nach Gorleben: Erster Castor-Transport nach Bayern steht bevor
Am 1. März hat der Genehmigungszeitraum für die ersten Castor-Transporte nach Bayern überhaupt begonnen. Bis Ende des Jahres müssen sieben Behälter mit hochradioaktivem Atommüll nach Niederbayern gebracht werden. Ziel dieser Transporte war ursprünglich Gorleben, bis sich im Rahmen des Atomausstiegs auf eine Umverteilung auf die Zwischenlagerhallen an den deutschen AKW geeinigt werden konnte.
Die Zwischenlagerhallen, in denen die Behälter dann geparkt werden, sind das nächste Sicherheitsproblem. Einst für 40 Jahre Betrieb gebaut und genehmigt endet dieser Zeitraum in Gorleben schon 2034. Die staatliche Betreiberbehörde BGZ will eine Verlängerung beantragen, möglicherweise geht es um Zeiträume bis 2140. Schon ganz am Anfang dieses Verfahrens sind „viele Fragen offen“, heißt es von der BI Lüchow-Dannenberg. Es werde deutlich, dass das Gefahrenpotential systematisch kleingeredet, neue Bedrohungslagen ignoriert und Transparenz sowie Öffentlichkeitsbeteiligung vernachlässigt werden.
mehr erfahren: Zwischenlager werden Jahrhundert-Lager.
Der hochradioaktive Atommüll in Deutschland muss deutlich länger zwischenlagern als ursprünglich geplant. Heimlich, still und leise werden aus Zwischenlagern Jahrhundertlager – obwohl Sicherheitsfragen ungeklärt sind.
Auch nach dem Abschalten der letzten deutschen AKW ist das Thema Atommüll noch lange nicht vom Tisch. Aber immerhin: Seit dem 15. April 2023 wächst der Atommüll-Berg aus dem Betrieb der deutschen Meiler nicht weiter (abgesehen von den Rückbau-Abfällen ...).
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