ES IST NOCH NICHT VORBEI
Neue CASTOR-Transporte geplant!
CASTOR-Alarm? Hat sich da nicht jemand im Jahrzehnt vergriffen? Leider nicht. Seit 2020 sind Castor-Transporte gerollt bzw. geplant, bei denen Atommüll von Frankreich und Großbritannien nach Deutschland oder innerhalb Deutschlands von einem Zwischenlager in ein anderes verschoben werden soll, ohne dass es ein Konzept für eine langfristige Lagerung gibt und geben kann. Jeder einzelne Transport stellt ein zusätzliches Risiko durch radioaktive Verstrahlung dar.
AKTUELLES
Morgen Castor-Transport & Protest Tag X1: „Sicherheitskonzept bereits vorab gescheitert“ / „Reul muss Castor absagen“
Proteste gegen Castor-Transporte Jülich-Ahaus Tag X1:
– 18 Uhr: Dauer-Kundgebung vor Forschungszentrum Jülich
– 18 Uhr: Demo in Ahaus vom Bahnhof zum Rathaus
– ab 20 Uhr: Nächtliche Dauer-Mahnwache vor Zwischenlager Ahaus
Für den morgigen Dienstagabend rechnen die Anti-Atomkraft-Initiativen mit dem ersten Castor-Transport von Jülich nach Ahaus. Entsprechende Hinweise haben sie aus verschiedenen Quellen erhalten. Sie rufen deshalb für Dienstag um 18 Uhr in Ahaus zu einer Demonstration vom Bahnhof zum Rathaus mit anschließender Kundgebung auf. In Jülich gibt es vor dem Forschungszentrum an der Wilhelm-Johnen-Straße ab 18 Uhr eine Dauer-Mahnwache bis zur Castor-Abfahrt. Ab 20 Uhr startet dann eine Dauer-Mahnwache vor dem Zwischenlager Ahaus, bis der Castor-Transport angekommen ist. Ebenfalls gab es Hinweise, dass die Polizei am Montag mit einem Leertransport nochmal üben wolle. Auch dies werden die Atomkraftgegner_innen im Auge behalten.
„Wir laden alle Menschen ein, ein Zeichen zu setzen: Für die Dunkelheit haben wir in Ahaus gelbe X aus Knicklichtern vorbereitet. Für Protest ist es nie zu spät, Atompolitik muss endlich lernen, langfristig und nicht nur formal-juristisch zu denken,“ so Annika Enzmann von der Bürgerinitiative Ahaus. Alle drei Protest-Aktionen sind bei der Polizei angemeldet und fallen unter das Versammlungsrecht, so dass der Zugang jederzeit möglich sein muss. Laut Auflagenbescheid der Polizei müssen dafür aber vermutlich Umwege in Kauf genommen werden und auch mit den zugewiesenen Versammlungsorten vor dem Zwischenlager sind die Atomkraftgegner_innen nicht zufrieden, weshalb sie eine Klärung durch das Verwaltungsgericht Münster anstrengen. „Beim Castor 2005 durfte die Kundgebung auf der halben Fahrbahn stattfinden, nicht nur an der Bushaltestelle“ begründet Hanna Poddig von Sofa Münster diesen Schritt. „Und wir wollen eine symbolische Sitzblockade eine Stunde vor Ankunft des Transportes vor dem Tor bzw. auf der Fahrbahn und nicht an der Ausfahrt abhalten. Der Super-Gau sind Unfälle und Anschläge, nicht Protest-Aktionen, wie die GdP behauptet.“
Sicherheitskonzept ist nur zahnloser Papiertiger – Transporte jetzt stoppen
Für die Anti-Atom-Initiativen ist das Sicherheitskonzept bereits gescheitert, weil das Bundesverkehrsministerium am Donnerstagnachmittag die Transportroute online veröffentlicht hat. „Es ist doch blanker Hohn, wenn die Behörden meinen, sie können Gefahren durch Drohnen begegnen, indem sie vorher eine Drohnen-Flugverbot verhängen und damit die Route auch offiziell bekannt machen.“ erklärt Hartmut Liebermann von der BI Ahaus. „Weder Wegwerf-Agenten, noch Terroristen lassen sich so aufhalten. Genau solchen behördlichen Irrsinn meinen wir, wenn wir von rein formal erfüllten Sicherheitskonzepten sprechen. Innenminister Reul muss die Transporte nun absagen!“ Im Internet findet man inzwischen verschiedene Anleitungen für Lenkraketen und Kampfdrohnen zum selber bauen, was die Initiativen sehr besorgt.
Gleichzeitig zeigt die veröffentlichte Route, dass es so gut wie keine Ausweichstrecken gibt. Diese sind laut Genehmigung jedoch erforderlich. „Recherchiert man die Sperrungen für Schwerlast-Transporte bleibt eigentlich nur die A42-Rheinbrücke. Die Alternative über die A1-Rheinbrücke bei Köln-Leverkusen endet an Schwerlast-Beschränkungen im Raum Duisburg/ Oberhausen, auf der A43 bei Herne und macht dann einen Umweg über Münster bis hin zur A30 bei Lotte notwendig, wenn man die weitere Auflage, so viel Autobahn-Strecke wie möglich, einhalten will,“ geht Kerstin Ciesla vom BUND NRW ins Detail. Ebenso ist die Anordnung, dass die JEN auf ihrer Homepage keine Fotos der Transport-LKW mehr zeigen darf, sinnlos, da diese inzwischen zahlreich im Internet kursieren und auch von der JEN bei der Dialog-Veranstaltung gezeigt wurden.
„Die Politik hat seit 17 Jahren auf allen Ebenen versagt. Sie hätte das Ruder noch mehrfach herumreißen können, nachdem die Entscheidung über den Abtransport der Jülicher Atomkugeln getroffen wurde. Nun erwartet uns die größte Castor-Lawine in der Geschichte der Bundesrepublik – das macht uns wütend und dazu werden wir nicht schweigen!“ zeigt sich Marita Boslar vom Aktionsbündnis Stop Westcastor in Jülich entschlossen.
Kontakte:
Kerstin Ciesla, BUND NRW, Tel. 0178-8140600
Annika Enzmann, BI „Kein Atommüll in Ahaus“,
Hanna Poddig, Sofa Münster, Tel. 0175-9767027
Marita Boslar, Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich, Tel. 0176-52270865
Hartmut Liebermann, BI „Kein Atommüll in Ahaus“, Tel. 0163-6008383
Heiner Möllers, BI „Kein Atommüll in Ahaus“, Tel. 0163-7438142
Weitere Infos:
www.castor-stoppen.de mögliche Transportrouten: https://castor.nirgendwo.info/
https://www.bi-ahaus.de/
https://www.westcastor.org/ ,
https://sofa-ms.de/
https://www.bbu-online.de/
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