ES IST NOCH NICHT VORBEI

Neue CASTOR-Transporte geplant!

CASTOR-Alarm? Hat sich da nicht jemand im Jahrzehnt vergriffen? Leider nicht. Seit 2020 sind Castor-Transporte gerollt bzw. geplant, bei denen Atommüll von Frankreich und Großbritannien nach Deutschland oder innerhalb Deutschlands von einem Zwischenlager in ein anderes verschoben werden soll, ohne dass es ein Konzept für eine langfristige Lagerung gibt und geben kann. Jeder einzelne Transport stellt ein zusätzliches Risiko durch radioaktive Verstrahlung dar.

AKTUELLES

450 bei Anti-Atom-Demo in Ahaus – Proteste gehen weiter

450 bei Anti-Atom-Demo in Ahaus – Proteste gehen weiter

– Castor-Transporte aus Jülich und Garching verhindern
– Uranfabriken in Gronau und Lingen stilllegen

– 9. März: Mahnwache zu Reul-Besuch in Ahaus-Ottenstein
– Castor-Tag X1: Proteste u. a. in Jülich und Ahaus

Am gestrigen Samstag haben rund 450 Atomkraftgegner:innen in Ahaus mit einer kraftvollen Demonstration gegen die geplanten jahrelangen, sinnlosen und hochgefährlichen Castor-Transporte aus Jülich, Garching und Berlin ins Zwischenlager Ahaus demonstriert. Konkret befürchten sie noch vor Beginn der NRW-Osterferien am 26. März den ersten von insgesamt bis zu 152 Castor-Transporten mit hochradioaktivem Atommüll aus dem Forschungszentrum Jülich über 170 Autobahn-Kilometer ins Zwischenlager Ahaus. Zu der Demo aufgerufen hatten über 50 Initiativen, Verbände, Klimagruppen, Kirchen und Parteien.

Darüber hinaus forderten die Organisationen die Vollendung des Atomausstiegs in Deutschland. Das bedeutet konkret die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau, der Brennelementefabrik Lingen und des Forschungsreaktors Garching. Stattdessen forderten sie eine Forcierung der erneuerbaren Energiewende, um die Abkehr von fossilen und uranhaltigen Rohstoffen zu beschleunigen. Sie kritisierren dabei die Versuche der Bundesregierung, die Energiewende auszubremsen.

Kerstin Ciesla, die stellvertretende Landesvorsitzende des BUND NRW erklärte dazu: „Wir sind tief enttäuscht, dass auf der politischen Ebene zwischen Bundesregierung und NRW-Landesregierung kein Versuch unternommen wird, die 152 Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus noch abzuwenden. Dabei ist völlig klar, dass die Sicherheitsgefahren weiter zunehmen – Stichworte „hybride Kriegsführung“, Kampfdrohnen und Terrorgefahren. Wir prüfen deshalb sehr genau, welche Optionen nach dem inhaltlich äußerst unbefriedigenden Eil-Beschluss des OVG Berlin-Brandenburg bleiben, und rufen die NRW-Landesregierung und die Bundesregierung auf, sich zu verpflichten, erst eine Entscheidung im Hauptverfahren abzuwarten. Ohne gesicherte Endlagerung gibt es keine Eile für den Transport von einem Zwischenlager in ein anderes.“

„Für uns ist der anhaltende Protest gegen die sinnlose Verlagerung des hochradioaktiven Atommülls von Jülich nach Ahaus ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Wir kämpfen schon seit 16 Jahren gegen diese gefährlichen Pläne. Anstatt in Jülich für die 152 Castoren ein neues, möglichst sicheres Zwischenlager zu bauen, fürchten wir eine Dauerlagerung in der Lagerhalle in Ahaus, deren Genehmigung auch schon 2036 ausläuft. Atomtransporte nach Ahaus sind eine Reise ohne Ziel. Hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn. Wir werden deshalb gegen die Castor-Transporte entschlossen und anhaltend auf die Straße gehen“, erklärten Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich und Heiner Möllers von der BI „Kein Atommüll in Ahaus“ gemeinsam.

„Atomausstieg in Deutschland endlich vollenden“

„15 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima und trotz des vom Bundestag beschlossenen Atomausstiegs laufen auch in Deutschland noch Atomanlagen. Der Gronauer Urananreicherer Urenco liefert z. B. angereichertes Uran via Südkorea für die Reaktoren in den Vereinigten Arabischen Emiraten – mitten im Kriegsgebiet am Persischen Golf. Die Brennelementefabrik Lingen will das wirtschaftliche Überleben ausgerechnet durch eine Kooperation mit dem Kreml-Atomkonzern Rosatom sichern, während der Forschungsreaktor Garching als ziviler Reaktor mit atomwaffenfähig hochangereichertem Uran betrieben wird. Atomkraft ist kein sauberes Geschäft, sondern extrem gefährlich. Deshalb fordern wir die Stilllegung dieser drei Atomanlagen, damit der Atomausstieg vollendet wird“, ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen. Die Demonstration war zudem ein Zeichen der Solidarität mit den niederländischen Anti-Atom-Initiativen, weil im Nachbarland mehrere neue Atomkraftwerke geplant sind.

Anti-Atom-Initiativen kündigen neue Proteste an:

1. Für den morgigen Montag, 9. März, hat die BI „Kein Atommüll in Ahaus“ ab 19.15 Uhr eine Mahnwache in Ahaus-Ottenstein, Ecke Im Garbrock/Solmsstraße, aus Anlass eines Besuchs von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) angemeldet. Der Innenminister hat wie zuvor schon Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und seine Stellvertreterin Mona Neubaur (Grüne) eine Gesprächseinladung der Anti-Atom-Initiativen ausgeschlagen. Auch Bundesumweltminiter Carsten Schneider (SPD) als Eigentümer des Ahauser Zwischenlagers will nicht Ahaus kommen. Die Initiativen kritisieren diese Verweigerungshaltung scharf.

2. Sollte es nun tatsächlich zum 1. Castor-Transport kommen, starten am Abend des ersten Transports – am Tag X1 – in Jülich und Ahaus zeitgleich um 18 Uhr zwei Protestaktionen:

– Jülich: Kundgebung vor dem Forschungszentrum
– Ahaus: Demo ab Bahnhof zum Rathaus

– Weitere Proteste an der 170 Kilometer langen Strecke sind zu erwarten – die Transporte werden höchstwahrscheinlich in der Nacht stattfinden.

Ganz allgemein stellen sich die Initiativen auf eine sehr lange Kampagne ein. Die SPD hatte einen Transport-Zeitraum von vier bis acht Jahren errechnet. Die Gewerkschaft der Polizei spricht deshalb von „Wahnsinn“, der mehrere Hundertschaften der NRW-Polizei auf Jahre zur reinen Castor-Begleitung verdonnern wird. Das ganze Transportvorhaben zeigt sehr deutlich die völlige Hilf- und Planlosigkeit im Umgang mit dem Atommüll in Deutschland.

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Stichwort: "CastorStoppen"

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