ES IST NOCH NICHT VORBEI
Castor-Transporte rollen auch nach dem Atomausstieg weiter durch Deutschland von einem Zwischenlager in ein anderes - ohne dass es ein Konzept für eine langfristige Lagerung gibt und geben kann. Jeder einzelne Transport stellt ein zusätzliches Risiko durch radioaktive Verstrahlung dar.
Alle deutschen Atomkraftwerke sind abgeschaltet. Trotzdem wird in Deutschland Brennstoff für AKW produziert. Nach Gronau und Lingen rollen regelmäßig Transporte. Jeder einzelne Urantransport sorgt dafür, dass weltweit Atomkraftwerke weiter laufen können.
AKTUELLES
Presseerklärung: Atommüllkonvoi in Brunsbüttel gestartet
Nach dem Abschluss des Verladens von sieben Atommüllbehältern aus dem Transportschiff „Pacific Grebe“ auf LKW-Tieflader ist der Konvoi in Brunsbüttel gestartet. Sein Ziel ist das Zwischenlager am Atomkraftwerk im benachbarten Brokdorf.
Dazu Kerstin Rudek vom Bündnis CASTOR-stoppen:
„Der Atommüll aus dem Betrieb der Atomkraftwerke in Deutschland füllt rund 1.900 CASTOR-Behälter mit hochradioaktivem Abfall, zudem entstanden rund 600.000 Kubikmeter schwach- und mittelaktiver Abfall. Der letzte Reaktor in Deutschland ist seit über drei Jahren außer Betrieb. Kraftwerke kann man abschalten, den Atommüll nicht!
Solange es für diese gewaltige Menge an nuklearer Hinterlassenschaft keine tragbare Lösung gibt, ist nicht nur jeder unnötige Atommülltransport unverantwortlich. Es erübrigt sich damit auch jegliche Debatte über die Wiederinbetriebnahme alter Meiler oder den Bau neuer Reaktoren. Auch die Debatte um sogenannte ‚Small Modular Reactors‘ (SMR) ist eine reine Scheinlösung – diese Mini-Reaktoren lösen kein Entsorgungsproblem. Es muss endlich Schluss sein mit dem Fliegen ohne Landebahn!“
Hinter der oft gehörten Formulierung, ‚Wir‘ müssten die atomare Hinterlassenschaft wegen völkerrechtlich bindender Verträge zurücknehmen, verbirgt sich eine massive Schieflage der Verantwortlichkeiten. Es gilt klar zu hinterfragen, wer dieses ‚Wir‘ eigentlich ist. Während die Atomkraftbetreiber international über Jahrzehnte hinweg Milliardengewinne mit der Hochrisikotechnologie eingefahren haben, sind sie aus der Verantwortung für die Folgen entlassen. Die immensen Kosten und die organisatorischen Lasten für den sorgsamen Umgang mit dem strahlenden Erbe werden nun der Allgemeinheit aufgebürdet. Aktuell wird diese Jahrhundertaufgabe auf staatlicher Ebene von der BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung verwaltet – bezahlt mit Steuergeldern. Es ist unhaltbar, dass Konzerne die Gewinne privatisieren, während die Gesellschaft die unkalkulierbaren Risiken und Kosten der Entsorgung dauerhaft tragen muss.
Nach wie vor steht für uns fest, dass
– es weiterhin kein vertretbares Endlager-Konzept für den vorhandenen Atommüll gibt,
– CASTOR-Zwischenlager zu gefährlich ungeeigneten Langzeitlagern werden,
– Atommüll nur ungefährlich ist, wenn er nicht entsteht: Brennelementefabrik in Lingen und Urananreicherung in Gronau beenden!
– Atomkraft kein Klimaretter sein kann!
Pressekontakt Bündnis CASTOR-stoppen:
Tel. 0176 7802 7597
Kerstin Rudek Tel. 015902154831
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