#castor-TICKER Ahaus
Ticker zum Protest gegen die Atommüll-Lawine von Jülich nach Ahaus.
Der Autobahnabschnitt Oberhausen−Bottrop auf der A2 ist aufgrund der Großbaustelle ein offensichtliches Nadelöhr für die Castor-Transporte, da die Fahrbahnverengung keine seitliche Abschirmung der Castor-LKWs durch Begleitfahrzeuge möglich macht. Zudem muss das Tempo des Atom-Konvois gedrosselt werden. So eine Baustelle ist ein sicherheitstechnischer Alptraum.
„Wir arbeiten derzeit konsequent an einer Ausweitung der Proteste ins Ruhrgebiet, wo sehr viele Menschen ohne ihr Wissen jahrelang von diesen völlig unnötigen und gefährlichen Atommülltransporten betroffen sein werden“, so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
Um die Anwohner:innen zu informieren wird am 24. Januar direkt an der Autobahn, am Autobahnrasthof Bottrop an der A2, demonstriert.
Ein erster der angekündigten Atommülltransporte von Jülich nach Ahaus finden 2025 nicht mehr statt. Das bestätigte ein Sprecher der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Das JEN verweist auf die ausstehende Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin zum Eilantrag der Umweltschutzorganisation BUND.
–> Damit ist nun definitv: 2025 bleibt ein Castor-freies Jahr für Ahaus.
Am 14. Dezember findet ab 14 Uhr in Ahaus am Zwischenlager ein großer Adventssonntagsspaziergang statt – „wir machen zum Jahresabschluss nochmal richtig viel TamTam“.
Die Castor-Transporte durch Nordrhein-Westfalen werden wohl nicht mehr in diesem Jahr beginnen. Das geht nach WDR-Informationen aus einer gerichtlichen Stellungnahme des Transportunternehmens hervor, in das der BUND Einsicht hatte. Die Atom-Transportfirma Orano habe dem Gericht zugesagt, dass das Unternehmen im Dezember nicht mehr mit den Castor-Transporten beginnen wolle, „so lange es keine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin über einen Eilantrag des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) gibt“.
Möglicherweise weitere Probe-Castoren geplant
Doch Orano macht Druck: das Unternehmen behalte sich vor, ab Januar mit den Atommüll-Fahrten zu beginnen – auch wenn es bis dahin keine Entscheidung des Verwaltungsgerichts gibt. Außerdem hält sich Orano die Möglichkeit offen, bereits im Dezember „vorbereitende Transporte der unbeladenen Schwerlastfahrzeuge“ zu machen, neue „Probe-Castoren“ also.
Die nordrhein-westfälische Landesregierung plant, an den angekündigten Atommüll-Transporten durch Nordrhein-Westfalen festzuhalten, heißt es in einem Artikel des Evangelischen Pressedienstes (epd). Polizei und Transporteure würden sich derzeit in „sogenannten Koordinierungsgesprächen gewissenhaft“ auf den Transport vorbereiten, wird NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) zitiert. Hinweise auf einen ersten Transporttermin ergeben sich aus dem Artikel nicht.
Anti-Atom-Initiativen sprechen von einer offensichtlich erreichten „Atempause“ und fordern nun „Last-Minute-Gespräche“: „Wenn jetzt tatsächlich noch ein Strahlenschutzkonzept für das polizeiliche und sonstige Begleitpersonal erarbeitet werden muss, dann heißt das, dass die erteilte Transportgenehmigung zum ‚Sofortvollzug‘ überhaupt nicht ausgereift war und ist“, so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
Die Anti-Atom-Initiativen im Münsterland und Jülich rufen zusammen mit dem BUND NRW für Sonntag, 14.Dezember 2025, um 14 Uhr zum großen Advents-Sonntagsspaziergang am Atommülllager in Ahaus auf! – Infos: https://bi-ahaus.de/ – https://sofa-ms.de/ – https://www.westcastor.org/
Auch wenn ein Termin für den ersten Castortransport von Jülich nach Ahaus weiterhin unklar bleibt, liefert die Neuß-Grevenbroicher Zeitung (NGZ) einen Hinweis zur Transportstrecke:
„Die 152 Behälter müssten auf ihrem Weg nach Ahaus auch den Rhein-Kreis passieren, möglicherweise über die A44 bis Jüchen und die A46 in Richtung Düsseldorf, wie es aus Polizei-Kreisen gegenüber unserer Redaktion heißt.“
–> Diese Informationen entsprechen unserer Streckenrecherche (siehe Transportstrecke).
Anti-Atom-Initiativen haben auf ihren Brandbrief an NRW-Innenminister Reul eine von ihm persönlich gezeichnete Antwort erhalten. Darin bestätigt Reul, dass zunächst der Rechtsweg „rechtskräftig“ abgeschlossen sein müsse, bevor die Polizei über Transporttermine entscheide. Der BUND hatte gegen die Transportgenehmigung eine Klage eingereicht, eine Entscheidung wird „im Dezember“ erwartet. Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung BASE hat für Antworten auf die Klage beim Verwaltungsgericht Berlin eine Fristverlängerung bis zum 3. Dezember erbeten.
Reul fordert außerdem nun auch ein Strahlenschutzkonzept für die Begleitpolizei, was Erarbeitungszeit benötigt.
„Es könnte aufgrund der neuesten Entwicklungen tatsächlich sein, dass wir auch dieses Jahr erfolgreich ohne einen einzigen Castor nach Ahaus über die Bühne bekommen – das wäre ein riesiger Erfolg für unsere Arbeit und zeigt, wie wirksam unser praktischer, politischer und juristischer Protest ist!“, schreibt Sofa Münster in ihrem aktuellen Newsletter.
Am Tag X1, dem Tag des ersten Castor-Transports, wird es jeweils um 18 Uhr in Jülich vor dem Forschungszentrum eine Kundgebung sowie in Ahaus ab Bahnhof eine Demo geben.
ab 20 Uhr: Nächtliche Dauer-Mahnwache gegenüber von Zwischenlager Ahaus.
Die nächsten Aktionen:
"Bürger-Dialog" der BGZ zum Castortransport: 19. März, 19 Uhr – Ratssaal im Rathaus der Stadt Ahaus - wir begleiten die Veranstaltung mit Protesten: Mahnwache ab 18 Uhr.
21. März - Dezentraler Aktionstag an Castorstrecken, in Norddeutschland (dort rollt bald der Atommülltransport Sellafield - Brokdorf) und Jülich - Ahaus. - Aufruf hier
Kontakte & Infos:
Jülich - stop.westcastor@posteo.de
https://www.westcastor.org
Signal-Liste / SMS-Info: 0176 52270865
Ahaus - mail@bi-ahaus.de
https://bi-ahaus.de/
Instagram / WhatsApp
Münsterland:
https://sofa-ms.de/
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Überregional:
.ausgestrahlt
Die Transportfahrzeuge
Die Strecke durch Deutschland
Mögliche Castortransportstrecke Jülich - Ahaus (blau)
- vom Forschungszentrum Jülich über die B56 zur A44 Auffahrt Jülich West
- am Autobahnkreuz A44/A46 bei Jüchen auf die A46 Richtung Düsseldorf/ Neuss
- am Kreuz Neuss West auf die A57 Richtung Krefeld
- am Kreuz Kamp-Lintfort auf die A42 Richtung Oberhausen und über die Beeckerwerther Brücke über den Rhein (sofern diese für 130t befahrbar ist)
- alternativ: Kreuz Moers auf die A40 gehen
- die A42 führt zum Kreuz Oberhausen-West, dort geht es auf die A3
- im Kreuz Oberhausen auf die A2 und am Dreieck Bottrop dann auf die A31
- über die Abfahrt Ahaus Legden oder Ahaus Heek geht es dann zum Zwischenlager Ahaus
Mögliche Alternativ-Route Richtung Köln (rot):
- vom Forschungszentrum Jülich über die B56 Richtung Düren
- in Düren auf die A4 bis zum Kreuz Köln-West
- auf der A1 bis Dreieck Wuppertal-Nord, dann weiter über die A43 bis Kreuz Recklinghausen, dort auf die A2 Richtung Dreieck Bottrop
- alternativ auf der A1 über Leverkusen bis zum Kamener Kreuz, dort auf die A2 bis zum Dreieck Bottrop
- ab dort über die A31 Richtung Ahaus
Probecastor Ende 2023 (lila):
- auf der A57 ab Kreuz Meerbusch auf die A44
- Zwischenstopp in Düsseldorf-Stockum
- A52 bis Dreieck Breitscheid
- A3 bis Kreuz Kaiserberg, dort Abfahrt verpasst, LKW fährt rückwärts
- A40 und weiter A59 bis zur A42
Deine Ticker-Meldung
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Stichwort: Castor