#castor2025-TICKER
Ticker zum Protest gegen den Atommüll-Transport von der WAA Sellafield ins Zwischenlager Isar.
Seit heute morgen um 7 Uhr kreuzt in der Wesermündung die BREMEN, ein Schiff der Wasserschutzpolizei:
UPDATE 14.30 Uhr: die BREMEN hat sich auf den Rückweg nach Bremerhaven gemacht. In einem Zusammenhang mit der Ankunft der GREBE steht sie derzeit offenbar nicht.
(Screenshot aus: vesselfinder.com)
Auf dem AIS sichtbar sind die Boote: W27, Bremen 10 und 20, WS105, WS 106 und WS 107, und Booknis. Es handelt sich bei allen um unterschiedlich große Schlauchboote der WSP („RIBS“).
Größere Begleitschiffe wie die Potsdam sind bisher nicht auszumachen, vermutlich weil sie ihre Kennung weiterhin abgeschaltet haben. Nur die „Bremen“ regt Interesse durch ihr Verweilen in der Wesermündung.
Derzeit (12:15 Uhr) liegen die RIBs an einem Anleger auf der Weser, nördlich von Nordenham. Kommt die Pacific Grebe in Küstennähe, werden zumindest die größeren der RIBs dem Atommüllfrachter höchstwahrscheinlich entgegenfahren und ihn ab der Wesermündung bis zum Midgart-Kai begleiten. Das wird auf dem AIS dann sichtbar sein.
Auf der Webcam Bremerhaven Mitte konnte die Abfahrt der drei WSP-Ribs beobachtet werden. Hier kommt die Pacific Grebe auf ihrer Anfahrt des Midgarts-Hafen Nordenham vorbei.
Offenbar kommt die Pacific Grebe nun ihrem Ziel näher: seit etwa 11.15 Uhr sind fünf Boote der Wasserschutzpolizei (WSP) auf der Weser unterwegs, zwei in Richtung Verladeort Midgarthafen, drei schnelle Ribs sind die Weser hochgefahren Richtung Mündung.
Die Ansammlung kleinerer Polizeiboote im Hafen von Bremerhaven spricht eine deutliche Sprache: die Vorbereitungen für die Ankunft der Pacific Grebe werden auch auf dem Wasser konkret.
Sobald diese „Ribs“, große Schlauchboote als Geleitschutz in Küstennähe und auf der Weser, die Mündung der Weser hinaufschwärmen, kommt das Atommüllschiff.
Pressekontakt
Kerstin Rudek
Tel. 015902154831
Die Strecke durch Deutschland
HINTERGRUND
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Die Zwischenlagerhallen, in denen die Behälter dann geparkt werden, sind das nächste Sicherheitsproblem. Einst für 40 Jahre Betrieb gebaut und genehmigt endet dieser Zeitraum in Gorleben schon 2034. Die staatliche Betreiberbehörde BGZ will eine Verlängerung beantragen, möglicherweise geht es um Zeiträume bis 2140. Schon ganz am Anfang dieses Verfahrens sind „viele Fragen offen“, heißt es von der BI Lüchow-Dannenberg. Es werde deutlich, dass das Gefahrenpotential systematisch kleingeredet, neue Bedrohungslagen ignoriert und Transparenz sowie Öffentlichkeitsbeteiligung vernachlässigt werden.
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Der hochradioaktive Atommüll in Deutschland muss deutlich länger zwischenlagern als ursprünglich geplant. Heimlich, still und leise werden aus Zwischenlagern Jahrhundertlager – obwohl Sicherheitsfragen ungeklärt sind.
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