#castor-TICKER Ahaus
Ticker zum Protest gegen die Atommüll-Lawine von Jülich nach Ahaus.
Am 14. März findet erneut das „Castor Café“ in der LC36, Ludolf-Camphausen Straße 36 in Köln statt. Beginn: 18:00 Uhr.
Packt eure Rucksäcke und Koffer! Jeden Tag kann die Castorlawine jetzt beginnen!
Führt die Route der Castortransporte über die A2 durch Oberhausen? Das ist gut möglich. Dort sind die LINKEN alarmiert und bezeichnen die angekündigten Atommüll-Fahrten „widersinnig“: „Transporte von radioaktiven Stoffen durch dicht besiedelte Stadtgebiete und Ballungszentren wie das Ruhrgebiet sind unverantwortlich und müssen dringend verhindert werden“.
Spannend ist aber auch, dass weder Stadt noch Feuerwehr etwas zu den Transporten, dem Zeitpunkten oder Routen wissen, da das Thema bekanntlich unter Verschluss (Geheimsache) ist. Die Einsatzkräfte gehen aber von „keiner Gefahr“ aus, da die Castorbehälter „als extrem sicher, robust und strahlungsabschirmend gelten“. Selbst bei Unfällen „würde keine radioaktive Strahlung austreten“, heißt es in der WAZ.
Dipl.-Phys. Oda Becker und Prof. Dr. Jutta Weber haben Ende 2024 im Auftrag von .ausgestrahlt das Gutachten „Mögliche Auswirkungen von Terrorangriffen auf Zwischenlager für hochradioaktiven Abfall“ erstellt und kommen zu einer ganz anderen Bewertung, zum Beispiel: „Ein Beschuss mit einem Hohlladungsgeschoss könnte die Wand eines metallischen Behälters durchschlagen und in seinem Inneren Brennstoff zerstäuben. Der Beschuss würde weiterhin einen Druckaufbau im Inneren des Behälters bewirken. Dadurch würde eine beträchtliche Menge an radioaktivem Material [in das Lagergebäude und von dort] in die Atmosphäre freigesetzt.“
Der Aufruf des Irans zu Vergeltungsschlägen in europäischen Staaten betrifft auch die geplanten Castor-Transporte. Wenn Sicherheitsexpert*innen und -behörden warnen, dass auch in Deutschland böswillige Angriffe möglich sind, ist die bisherige Risikobewertung des Atommüll-Bundesamts (BASE) überholt und hinfällig. Transporte von Atommüll müssen nun erst recht unterbleiben, fordert Helge Bauer von der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt in einer aktuellen Pressemitteilung. Bundesregierung und Behörden müssen auf die veränderte Sicherheitslage reagieren und die geplanten Transporte unterbinden.

Heute Nachmittag hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg die Klage des BUND NRW gegen den Sofortvollzug der Transportgenehmigung für die 152 Autobahn-Castoren von Jülich nach Ahaus zurückgewiesen. Damit ist nun der Weg frei für den Start der Atommüll-Lawine durch Nordrhein-Westfalen. Transporteur, Absender und Polizei hatten bereits erklärt, dass alle Vorbereitungen abgeschlossen seien. Zuletzt hieß es, man wolle das Gerichtsurteil abwarten.
Im Gegensatz zur ersten Instanz sieht das OVG beim BUND durchaus eine Berechtigung für eine Beschwerde, gegen die Beförderungsgenehmigung vorzugehen. Der Antrag sei aber nach Überzeugung des OVG „inhaltlich unbegründet“. Das öffentliche Interesse an einer baldigen Räumung des Lagers in Jülich, dessen Genehmigung bereits vor Jahren ausgelaufen sei, überwiege das Interesse der Kläger:innen. Die Eilentscheidung aus Berlin ist nicht anfechtbar.
„Wenn wesentliche Teile der Akten geheim bleiben und selbst im gerichtlichen Verfahren nicht vollständig überprüfbar sind, bleibt ein Rest an Unsicherheit bestehen“, so die stellvertretende Landesvorsitzende Kerstin Ciesla. Zudem ist die vom Gericht betonte Dringlichkeit der Transporte ist angesichts der seit zwölf Jahren hingenommenen Lagerung der Castoren im Zwischenlager nicht nachvollziehbar.
Möglich ist es nun, dass schon nächste, spätestens übernächste Woche der erste Transport rollen wird.
Kommt jetzt Samstag, 7. März, um 11.30 Uhr zur großen Demo nach Ahaus! Auftakt ist am Rathaus in der Fußgängerzone!
Die Transportfirma Orano drohte schon im Dezember mit dem Beginn der Transporte. Mitte Januar hieß es von der Jülicher Entsorgungsgesellschaft, auf dessen Gelände sich die 152 Castorbehälter befinden, „alle internen Vorbereitungen“ seien „abgeschlossen“, man sei „aus technischer Sicht“ bereit für den Start der Abtransporte. Ebenfalls im Januar erklärte die Polizei Münster, sie sei auf die Castortransporte von Jülich nach Ahaus „vorbereitet“: Die Einsatzplanung sei weitgehend abgeschlossen und könne zeitnah umgesetzt werden…
Aber: Derzeit klagt noch der BUND NRW vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg gegen den Sofortvollzug der Transportgenehmigung. Ob es vor Ostern noch ein Transportzeitfenster für den Beginn der größten Atommülllawine in der Geschichte der Bundesrepublik gibt, hängt nun primär vom OVG ab. Der Zeitplan dort ist nach unseren Informationen noch völlig offen.
Sobald es neue Infos gibt, erfahrt ihr sie im Ticker, via WhatsApp, auf Mastodon oder Bluesky – oder in unserem Newsletter
Erstmal steht die nächste große Demo in Ahaus an: Am Samstag, 7. März werden wir wieder auf die Straße gehen und fordern, die Atomtransporte sofort zu stoppen.
Bereits 50 Organisationen rufen für Samstag, den 7. März, zu einer Anti-Atom-Demonstration in Ahaus auf. Sie untermauern damit ihre Forderung nach einem Verzicht auf den Transport des hochradioaktiven Atommülls aus dem Forschungszentrum Jülich und dem Forschungsreaktor Garching ins Zwischenlager Ahaus. Atommüll soll nur noch einmal transportiert werden, nämlich in ein Endlager. Bis dahin muss eine möglichst sichere Zwischenlagerung erfolgen.
Zugleich fordern die 50 Organisationen in ihrem Demo-Aufruf die Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau und der Brennelementefabrik Lingen: 15 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima ist der bundesdeutsche Atomausstieg an Münsterland und Emsland vorbeigegangen. Sinnlose und gefährliche Atommüll-Verschiebung von einem Zwischenlager in ein anderes und der Weiterbetrieb der zwei Uranfabriken in Gronau und Lingen sind das Gegenteil von Atomausstieg!
Unter dem Titel „Die ungelöste Erbfrage des Reaktors am Wannsee“ berichtet RBB24 zum angekündigten Atommüll-Transport aus dem Forschungsreaktor Berlin in das nordrhein-westfälische Zwischenlager Ahaus: Das Helmholtz-Zentrum Berlin, das den Reaktor BER-II bis 2019 betrieben hat, rechnet laut Berliner Umweltverwaltung nicht damit, vor 2027 mit dem Abtransport des radioaktiven Abfalls beginnen zu können. Es handelt sich um 66 hochradioaktive Brennelemente, die in Transport- und Lagerbehältern vom Typ „Castor“ per LKW transportiert werden sollen.
Atommüll soll auch aus Bayern kommen
Aus dem Forschungsreaktor FRM-II in Garching bei München ist ebenfalls die Anlieferung von Atommüll nach Ahaus angekündigt worden. Im August 2025 wurden die Genehmigungen zur Aufbewahrung von bis zu 21 Castor-Behältern und der Transport von vorerst zwei Castoren mit 10 Brennelementen in zwei Straßentransporten genehmigt. Die Beförderungsgenehmigung ist bis Ende Mai 2027 gültig. Einen Transporttermin gibt es bisher offiziell nicht, die Planungen unterliegen der Geheimhaltung.
Jeder Atommüll-Transport ist gefährlich und birgt das Risiko schwerer Unfälle oder eines Anschlags. In Ahaus kann der Atommüll nicht bleiben. Es ist eine ratlose Atommüllverschiebung „von irgendwo nach nirgendwo“. Deshalb ist unsere Antwort: Protest.
Am Tag X1, dem Tag des ersten Castor-Transports, wird es jeweils um 18 Uhr in Jülich vor dem Forschungszentrum eine Kundgebung sowie in Ahaus ab Bahnhof eine Demo geben.
ab 20 Uhr: Nächtliche Dauer-Mahnwache gegenüber von Zwischenlager Ahaus.
Die nächsten Aktionen:
"Bürger-Dialog" der BGZ zum Castortransport: 19. März, 19 Uhr – Ratssaal im Rathaus der Stadt Ahaus - wir begleiten die Veranstaltung mit Protesten: Mahnwache ab 18 Uhr.
21. März - Dezentraler Aktionstag an Castorstrecken, in Norddeutschland (dort rollt bald der Atommülltransport Sellafield - Brokdorf) und Jülich - Ahaus. - Aufruf hier
Kontakte & Infos:
Jülich - stop.westcastor@posteo.de
https://www.westcastor.org
Signal-Liste / SMS-Info: 0176 52270865
Ahaus - mail@bi-ahaus.de
https://bi-ahaus.de/
Instagram / WhatsApp
Münsterland:
https://sofa-ms.de/
Mastodon / Bluesky
Überregional:
.ausgestrahlt
Die Transportfahrzeuge
Die Strecke durch Deutschland
Mögliche Castortransportstrecke Jülich - Ahaus (blau)
- vom Forschungszentrum Jülich über die B56 zur A44 Auffahrt Jülich West
- am Autobahnkreuz A44/A46 bei Jüchen auf die A46 Richtung Düsseldorf/ Neuss
- am Kreuz Neuss West auf die A57 Richtung Krefeld
- am Kreuz Kamp-Lintfort auf die A42 Richtung Oberhausen und über die Beeckerwerther Brücke über den Rhein (sofern diese für 130t befahrbar ist)
- alternativ: Kreuz Moers auf die A40 gehen
- die A42 führt zum Kreuz Oberhausen-West, dort geht es auf die A3
- im Kreuz Oberhausen auf die A2 und am Dreieck Bottrop dann auf die A31
- über die Abfahrt Ahaus Legden oder Ahaus Heek geht es dann zum Zwischenlager Ahaus
Mögliche Alternativ-Route Richtung Köln (rot):
- vom Forschungszentrum Jülich über die B56 Richtung Düren
- in Düren auf die A4 bis zum Kreuz Köln-West
- auf der A1 bis Dreieck Wuppertal-Nord, dann weiter über die A43 bis Kreuz Recklinghausen, dort auf die A2 Richtung Dreieck Bottrop
- alternativ auf der A1 über Leverkusen bis zum Kamener Kreuz, dort auf die A2 bis zum Dreieck Bottrop
- ab dort über die A31 Richtung Ahaus
Probecastor Ende 2023 (lila):
- auf der A57 ab Kreuz Meerbusch auf die A44
- Zwischenstopp in Düsseldorf-Stockum
- A52 bis Dreieck Breitscheid
- A3 bis Kreuz Kaiserberg, dort Abfahrt verpasst, LKW fährt rückwärts
- A40 und weiter A59 bis zur A42
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