#castor2025-TICKER
Ticker zum Protest gegen den Atommüll-Transport von der WAA Sellafield ins Zwischenlager Isar.
Mahnwachen:
Wicklesgreuth: Donnerstag (3.4.) um 17:45 Uhr
Weiden Oberpfalz: Donnerstag (3.4.) ab 14 Uhr, vor dem Bahnhof
Bisher sind zwei der sieben CASTOR-Behälter verladen worden, bestätigen Beobachter:innen vor Ort.
Aktuell (14.45 Uhr) legt das Tankschiff „Jana“ südlich der Grebe am Midgard Hafen an, die ggf. Treibstoff für andere Schiffe aus den großen Öltanks bunkern will. Über tonnenweise Diesel in direkter Nachbarschaft zum Atommüll als zusätzliches Risiko schrieben wir bereits.
Beim letzten durchgeführten CASTOR-Transport von Sellafield nach Nordenham im Oktober/November 2020 hat der abfahrbereite CASTOR-Zug stundenlang neben vier Öltanks mit einem Fassungsvolumen von je 5.000 Kubikmeter gestanden. Als wäre der Atommüll nicht schon gefährlich genug: die Öltanks, in denen sich auch hochexplosive Gase befinden, stellen in direkter Nachbarschaft zu den Castorbehältern ein zusätzliches, vermeidbares Risiko dar!
(Im Bild: die Ausfahrt Midgard-Hafen / Eisenbahngleis)
Mit fortschreitender Verladung drängt sich die Frage nach der Route des Castortransports mit Ziel Landshut auf. So fragt zum Beispiel „dk-online.de“ in einem Artikel, ob wohl der Castor durch Delmenhorst fahren wird. Das liegt südlich von Nordenham, auf der Strecke nach Bremen. Grundsätzlich kennen auch wir die Route nicht, denn sie ist geheim. Aber es gibt einen wichtigen Hinweis, der aber nicht mehr als ein Hinweis ist:
- In Fulda gilt (wie in Nordenham, Hude und Landshut) ein Flugverbot im Transportzeitraum. Zwar führen vielen Wege nach Fulda, doch vergangene Transporte haben gezeigt, dass die Verantwortlichen lieber gut ausgebaute Direktverbindungen wählen, die sich einfacher überwachen lassen, statt kleinere oder eingleisige Nebenstrecken.
Sobald der Castor abfahrbereit ist, werden Polizeieinheiten die Strecke absichern. Nicht nur in Nordenham, sondern im gesamten Bundesgebiet. Fällt euch eine unüblich hohe Polizeipräsenz am Bahnhof, auf Brücken o.ä. auf, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Castor kommt.
Wir freuen uns über solche Hinweise, bitte schickt eine Mail an: kontakt@castor-stoppen.de
Diese Karte zeigt die mögliche Transportstrecke durch Deutschland:
Auch am Ziel des Castortransports regt sich Protest gegen die gefährliche Atommüll-Fuhre: In Landshut vor dem Rathaus findet am Mittwoch (2.4.) um 14:00 Uhr eine Mahnwache statt.
Heute Vormittag hat die Verladung der Atommüll-Behälter begonnen, auch sichtbar auf Fotos von dpa, z.B. hier (LINK).
Um 8 Uhr hing der erste von sieben Behältern am Kranhaken und wurde auf einen bereitstehenden Eisenbahnwaggon verladen.
Auf dem Gelände des Midgardhafens und in Nordenham ist die Polizei nach eigenen Angaben mit einem Großaufgebot im Einsatz.
Fotos von Merwin Goldschmidt – @merwin.bsky.social
Pressekontakt
Kerstin Rudek
Tel. 015902154831
Die Strecke durch Deutschland
Mögliche Transportrouten:

HINTERGRUND
Statt nach Gorleben: Erster Castor-Transport nach Bayern steht bevor
Am 1. März hat der Genehmigungszeitraum für die ersten Castor-Transporte nach Bayern überhaupt begonnen. Bis Ende des Jahres müssen sieben Behälter mit hochradioaktivem Atommüll nach Niederbayern gebracht werden. Ziel dieser Transporte war ursprünglich Gorleben, bis sich im Rahmen des Atomausstiegs auf eine Umverteilung auf die Zwischenlagerhallen an den deutschen AKW geeinigt werden konnte.
Die Zwischenlagerhallen, in denen die Behälter dann geparkt werden, sind das nächste Sicherheitsproblem. Einst für 40 Jahre Betrieb gebaut und genehmigt endet dieser Zeitraum in Gorleben schon 2034. Die staatliche Betreiberbehörde BGZ will eine Verlängerung beantragen, möglicherweise geht es um Zeiträume bis 2140. Schon ganz am Anfang dieses Verfahrens sind „viele Fragen offen“, heißt es von der BI Lüchow-Dannenberg. Es werde deutlich, dass das Gefahrenpotential systematisch kleingeredet, neue Bedrohungslagen ignoriert und Transparenz sowie Öffentlichkeitsbeteiligung vernachlässigt werden.
mehr erfahren: Zwischenlager werden Jahrhundert-Lager.
Der hochradioaktive Atommüll in Deutschland muss deutlich länger zwischenlagern als ursprünglich geplant. Heimlich, still und leise werden aus Zwischenlagern Jahrhundertlager – obwohl Sicherheitsfragen ungeklärt sind.
Auch nach dem Abschalten der letzten deutschen AKW ist das Thema Atommüll noch lange nicht vom Tisch. Aber immerhin: Seit dem 15. April 2023 wächst der Atommüll-Berg aus dem Betrieb der deutschen Meiler nicht weiter (abgesehen von den Rückbau-Abfällen ...).
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