#castor-TICKER Ahaus
Ticker zum Protest gegen die Atommüll-Lawine von Jülich nach Ahaus.
Beim dritten Castor-Transport von Jülich nach Ahaus ist es in der vergangenen Nacht zu schwerwiegenden Sicherungslücken gekommen: Atomkraftgegner:innen gelangten unbemerkt auf zwei unbewachte Autobahnbrücken – einmal sogar direkt zur Durchfahrt des Castor-LKWs. Das lag offensichtlich daran, dass die Polizei erheblich weniger Personal eingesetzt hat und sogar auf den normalerweise üblichen Aufklärungs-Hubschrauber vor dem Castor verzichtet hat. Ob die mobile Drohnen-Abwehr noch im Einsatz war, ist ebenfalls fraglich. – mehr in der aktuellen Pressemitteilung
Gegen 1.10 Uhr ist der dritte von insgesamt 152 Behältern mit hochradioaktivem Abfall aus dem Forschungszentrum Jülich im Zwischenlager Ahaus angekommen.
Den dritten Atommülltransport von Jülich nach Ahaus begleitete – anders als es in den Medien dargestellt wurde – offenbar kein „Großaufgebot“ der Polizei. Zumindest war der Begleitkonvoi rund um den Behälter auf der Straße kleiner als bei den ersten Transporten (in Ahaus: 43 Fahrzeuge vor dem LKW, 21 dahinter), es flogen zudem keine Hubschrauber. Unbehelligt konnten Aktivist:innen mehrfach auf Brücken über der Autobahn gelangen, deren Einschätzung ist nun: „Das Sicherheitskonzept hatte Lücken“.
Das Verfahren der Polizei mit Menschen, die ihren Protest auf einer Brücke zum Ausdruck brachten, ist fragwürdig: das letzte (!) Polizeifahrzeug im Begleitkonvoi des Castors hielt nach der Durchfahrt des Konvois unter der Brücke auf der Autobahn an, die Beamt:innen bemühten sich, die Aktivist:innen zu stellen, zu befragen und mit weiteren Konsequenzen zu drohen.
Nach diesem „Tag X3“ warten in Jülich noch 149 Behälter, die auf die gefährliche und unnötige Reise über 170km Autobahnen nach Ahaus geschickt werden sollen. Eine der größten Atommüllverschiebungen in der Geschichte, eine gigantische Aufgabe für die Polizei – für die es eine Alternative gibt: In Jülich könnte ein neues Zwischenlager gebaut werden, in dem die Behälter gelagert werden, bis sie in ein Endlager gebracht werden können. Das Zwischenlager Ahaus ist nur eine weitere Zwischenstation, bleiben können die Castoren dort nicht.
Der Konvoi mit dem Atommüllbehälter befindet sich gegen 0.45 Uhr auf der A31 in Höhe von Gescher. Damit ist das nächste Etappenziel Ahaus fast erreicht. Im dortigen Zwischenlager kann der Atommüll langfristig nicht bleiben. Die Lagerungsgenehmigung läuft in knapp zehn Jahren ab. Der Müll wird bald wieder transportiert werden müssen.
Um Mitternacht protestieren in Ahaus noch etwa 20 Menschen gegen die Ankunft des Atommüll-Transport aus Jülich.
In Jülich hat es am Abend einen Vorfall bei der Mahnwache am Forschungszentrum gegeben: Nachdem der Transport schon abgefahren und die Mahnwache beendet war, nahmen zehn Beamte drei Aktivist:innen zur Personalienfeststellung kurzzeitig und recht ruppig in Gewahrsam. Der Vorwurf: „Betreten von Privatgelände“. Es handelte sich dabei um eine Wiese hinter dem Forschungszentrum, die weder abgesperrt noch mit einem entsprechenden Schild (etwa „Betreten verboten“) gekennzeichnet ist. Offenbar wird das Personal bei der Polizei reduziert – die Gangart aber härter.
Der Atommüll-Konvoi erreicht gegen 23.30 Uhr das Kreuz Oberhausen-West und fährt weiter Richtung Bottrop auf der A3.
Tag X3 - 5./6.5.2026
Transportiert wurde ein Behälter. In Jülich warten noch 149.
ca. 21.45 Uhr - Abfahrt in Jülich
23.30 Uhr - A42, kurz vor dem Kreuz Oberhausen-West
1.15 Uhr - Ahaus Zwischenlager
Tag X2 - 21./22.4.2026
Transportiert wurde ein Behälter. In Jülich warten noch 150.
ca. 23.00 Uhr - Abfahrt Jülich wegen technischem Defekt verspätet
2.20 Uhr - Bottrop
3.35 Uhr - Ahaus Zwischenlager
Tag X1 - 24./25.3.2026
Transportiert wurde ein Behälter. In Jülich warten noch 151.
22.07 Uhr - Abfahrt Jülich
0.10 Uhr - A42, Rheinbrücke
2.00 Uhr - Ahaus Zwischenlager
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