ES IST NOCH NICHT VORBEI

Neue CASTOR-Transporte geplant!

CASTOR-Alarm? Hat sich da nicht jemand im Jahrzehnt vergriffen? Leider nicht. Seit 2020 sind Castor-Transporte gerollt bzw. geplant, bei denen Atommüll von Frankreich und Großbritannien nach Deutschland oder innerhalb Deutschlands von einem Zwischenlager in ein anderes verschoben werden soll, ohne dass es ein Konzept für eine langfristige Lagerung gibt und geben kann. Jeder einzelne Transport stellt ein zusätzliches Risiko durch radioaktive Verstrahlung dar.

AKTUELLES

Castor-Mobilisierung in Hamburg

Auch wenn derzeit die Auseinandersetzungen um „Castoren“ zwischen Jülich und Ahaus toben, könnte im Frühjahr ein weiterer Atommülltransport durch Deutschland rollen. Absender ist die Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield in England, Ziel das Zwischenlager am norddeutschen Atomkraftwerk Brokdorf. Während es in Jülich um 152 LKW-Fahrten über die Autobahn geht, wird der Müll aus England mit dem Schiff nach Deutschland gebracht. Vermutlich in Nordenham findet eine Verladung auf Schienenwaggons statt, die Fahrt käönnte über Hamburg bis nach Brunsbüttel führen, von dort mit einem Tieflader nach Brokdorf. In Hamburg wird zu Protesten gegen den gefährlichen Atomtransport mobilisiert, u.a. mit einer Plakatwand an der „Roten Flora“. Infoveranstaltungen in Hamburg:
  • 26. Januar, 20.00 Uhr im Centro Sociale
  • 13. Februar, 20.00 Uhr in der Sauerkrautfabrik, Harburg
  • 20. Februar, 20.00 Uhr in der Roten Flora
Infoveranstaltung in Bremen:
  • Dienstag, 20.01.2026 um 19.30 Uhr im Infoladen Bremen, St. Pauli Str. 10-12

BUND zieht vor das OVG – Start der Transporte weiter unklar

Der Streit um die Atommülltransporte in NRW geht in nächste Runde: Der BUND NRW hat Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgericht Berlin beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingereicht. Die Beschwerde des BUND hat keine aufschiebende Wirkung mehr. Der BUND hat beim OVG aber beantragt, per Zwischenverfügung sicherzustellen, dass mit den Atomtransporten nicht während des laufenden Eilverfahrens begonnen wird. Wann die Transporte starten, ist noch unklar.

Dem Vernehmen nach sollen die Gerichtsentscheide abgewartet werden. Danach könnte es nach dpa-Informationen noch bis zu sieben Wochen dauern, bis die Castor-Transporte starten können.

In seinem Beschluss hatte das VG Berlin die Erfolgsaussichten in der Hauptsache „zum gegenwärtigen Zeitpunkt als offen“ beurteilt und auf eine eingeschränkte Bewertung aufgrund von Schwärzungen zentraler Teile in den Genehmigungsunterlagen verwiesen.

„Wenn Gerichte anerkennen, dass Sicherheitsfragen nicht umfassend zu beurteilen sind, aber gleichzeitig verhindern, dass sie überhaupt überprüft werden können, läuft effektiver Rechtsschutz ins Leere. Hier wurde nicht über Sicherheit entschieden, sondern darüber, wer überhaupt fragen darf. Doch wir lassen uns unser Recht nicht nehmen – deshalb gehen wir in die Beschwerde. Von der Politik erwarten wir, dass der Ausgang des Verfahrens abgewartet wird, und die CASTOREN jetzt nicht auf die Straße geschickt werden“, so Kerstin Ciesla, stellvertretende Landesvorsitzende des BUND. „Wenn hochriskante Atomtransporte der gerichtlichen Kontrolle entzogen werden, steht der Umweltrechtsschutz insgesamt auf dem Spiel.“

Veranstaltung in Bremen: KI, Atomkraft und CASTOR-Transporte

Am Dienstag, 20. Januar, findet in Bremen eine Infoveranstaltung zum Widerstand gegen Big Tech und den baldigen CASTOR-Transport statt. Erwartet wird nämlich im Frühjahr die Durchfahrt von Atommüll aus der britischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield mit Ziel Brokdorf.

Dienstag, 20.01.2026 um 19.30 Uhr im Infoladen Bremen, St. Pauli Str. 10-12

Gericht weist Klage des BUND ab – Castoren können rollen

Das Verwaltungsgericht Berlin hat am heutigen Freitag den Antrag des Landesverbands NRW der Umweltorganisation BUND abgelehnt, die Castortransporte aus dem Zwischenlager Jülich in das Zwischenlager Ahaus zu stoppen. Laut des Gerichts sei der Antrag „bereits aus formellen Gründen unzulässig“ gewesen. Der Antragsteller als Verband sei „nicht antragsbefugt“ und könne damit „die Genehmigung gerichtlich nicht angreifen“.

Aber auch inhaltlich hatte der BUND keinen Erfolg: Die kritisierte Risikobewertung des Transportes liege vorrangig in der Verantwortung der Sicherheitsbehörden. Das Gericht könne daher nur überprüfen, ob die Datenbasis dafür ausreichend sei und dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik Rechnung, heißt es vom Gericht.

Die rechtlichen Voraussetzungen für die Durchführung der Transporte seien somit gegeben, schreibt das BASE. Das „öffentliche Interesse, der komplexe Planungsprozess sowie die erheblichen finanziellen Aufwendungen der öffentlichen Hand“ würden „den sofortigen Vollzug der Transporte rechtfertigen“.

Wann der erste Transport startet, ist aktuell nicht bekannt.
Der logistische Aufwand für die geplanten 152 CASTOR-Transporte ist enorm: es stehen nur vier Transportfahrzeuge zur Verfügung, die je einen Behälter aufnehmen können. Realistisch ist, dass jeweils zwei oder drei Fahrzeuge beladen auf die Strecke gehen und ein viertes als Ersatz ohne Atommüll den Transport begleitet. Dies wiederum würde bedeuten, dass es sich um 50 bis 75 einzeln durchzuführende Transportaktionen handeln würde!

Der Gang vor das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg als nächste Klageinstanz ist möglich – erneut eine aufschiebende Wirkung zu erzwingen, allerdings nicht mehr.

Anti-Atom-Initiativen reagieren mit Protest: Am Sonntag den 18. Januar findet ab 14.00 Uhr in Ahaus am Rathaus eine nächste Aktion statt. Am 24. Januar ist eine Demo auf dem Autobahn-Rasthof Bottrop – eine der möglichen Transportrouten führt dort entlang – geplant.

Beschluss des Gerichts „in keiner Weise nachvollziehbar“

„Trotz der unbestreitbaren Risiken für die Umwelt im Falle einer Havarie verneinen die Richterinnen und Richter eine mögliche Verletzung umweltbezogener Rechtsvorschriften. Gleichzeitig hält das Gericht die Erfolgsaussichten eines etwaigen Hauptsacheverfahrens für offen. Im Klartext: Es kann zwar sein, dass der BUND Recht hat, der Zugang zu einer umfangreichen Prüfung der Transportgenehmigung soll uns aber nicht gewährt werden“, so die stellvertretende Landesvorsitzende des BUND, Kerstin Cielsa.

Die Gewerkschaft der Polizei in NRW übt ebenfalls Kritik an den Transporten: Man sei „weiter nicht glücklich damit, dass die Kollegen in einer Zeit, wo es genügend andere Dinge zu tun gibt mit einer solchen Mammutaufgabe belastet werden“, so der Landesvorsitzender Patrick Schlüter.

„Es ist ein Skandal!“

Laut WDR will die Transportfirma Orano nächsten Monat womöglich sogar ohne rechtskräftiges Urteil mit den Castortransporten von Jülich nach Ahaus beginnen, obwohl NRW-Innenminister Reul (CDU) gerade erst das Gegenteil versprochen hat. Anti-Atom-Organisationen fordern erneut eindringlich politische Gespräche zwischen Bund und Land, um eine Weiterlagerung des Atommülls in Jülich zu ermöglichen und den drohenden Castor-Marathon auf den maroden Autobahnen von NRW abzuwenden.

„Es ist ein Skandal, dass die Transportfirma Orano im Auftrag der Bundesregierung trotz unseres laufenden Klageverfahrens vor dem Verwaltungsgericht Berlin schon wieder mit dem baldigen Start der Transporte droht, bevor der Rechtsweg abgeschlossen ist. Und das bislang unveröffentlichte Strahlenschutzkonzept sowie die nun angekündigten neuen Probetransporte belegen, dass die vorliegende Transportgenehmigung niemals zum Sofort-Vollzug hätte freigegeben werden dürfen. Wir sehen uns in unserem Klageverfahren bestätigt“, so Kerstin Ciesla, stellvertretende Landesvorsitzende des BUND NRW in einer aktuellen Presseerklärung des Protestbündnis.

Castor-Transporte nach Ahaus wohl nicht mehr in diesem Jahr

Die Castor-Transporte durch Nordrhein-Westfalen werden wohl nicht mehr in diesem Jahr beginnen. Das geht nach WDR-Informationen aus einer gerichtlichen Stellungnahme des Transportunternehmens hervor, in das der BUND Einsicht hatte. Die Atom-Transportfirma Orano habe dem Gericht zugesagt, dass das Unternehmen im Dezember nicht mehr mit den Castor-Transporten beginnen wolle, „so lange es keine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin über einen Eilantrag des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) gibt“.

Möglicherweise weitere Probe-Castoren geplant

Doch Orano macht Druck: das Unternehmen behalte sich vor, ab Januar mit den Atommüll-Fahrten zu beginnen – auch wenn es bis dahin keine Entscheidung des Verwaltungsgerichts gibt. Außerdem hält sich Orano die Möglichkeit offen, bereits im Dezember „vorbereitende Transporte der unbeladenen Schwerlastfahrzeuge“ zu machen, neue „Probe-Castoren“ also.

Auf nach Ahaus – Stopp den Castor-Wahnsinn!

Die Anti-Atom-Initiativen im Münsterland und Jülich rufen zusammen mit dem BUND NRW für Sonntag, 14.Dezember 2025, um 14 Uhr zum großen Advents-Sonntagsspaziergang am Atommülllager in Ahaus auf! – Infos: https://bi-ahaus.de/https://sofa-ms.de/https://www.westcastor.org/

Ahaus & Gorleben: Mehr Geld – weniger Sicherheit

Anti-Atomkraft-Initiativen in Ahaus und Gorleben sind empört. Grund dafür ist, dass der Ahauser Bundesabgeordnete Jens Spahn (CDU) bei den Verhandlungen zum Staatshaushalt durchsetzen konnte, dass die beiden Kommunen mit den ältesten Atommüll-Zwischenlagern ab 2026 höhere Ausgleichszahlungen erhalten. Ahaus und Gorleben bekommen dann jährlich zwei Millionen von der bundeseigenen Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ).

Nach Ansicht der Anti-Atomkraft-Initiativen verhindert die Bundesregierung seit Jahren, dass in Jülich der Neubau einer zeitgemäßen Lagerhalle für die 152 Castor-Behälter in Angriff genommen wird und begründet dies mit den Kosten. Bald sollen die Castoren aus Jülich nach Ahaus gebracht werden.

„Das ist doch eine Milchmädchen-Rechnung, es soll Geld für den Zwischenlager-Neubau und Betrieb in Jülich gespart werden, gleichzeitig gehen für Jahrzehnte Millionen Euro mehr an Gorleben und Ahaus – und die Polizeikosten für die Castortransporte werden beim Kostenvergleich nicht mitgerechnet“, so Kerstin Ciesla vom BUND NRW und Marita Boslar vom Aktionsbündnis Stop Westcastor. „Wir bleiben dabei: Sicherheit muss Vorrang haben – besonders bei finanzpolitischen Taschenspielertricks. Atommüll muss dort wo er sich momentan befindet, möglichst sicher gelagert werden – auch in Jülich.“

hier die ganze PM lesen

Brokdorf-Castor Protestplakate

Diese Protestplakate können ab sofort in Hamburg bestellt werden, sendet einfach eine Mail an das Anti-Atom-Büro: aabbuero@nadir.org

Start der Transporte erst nach Gerichtsbeschluss

Die Presse berichtet, dass im November nun doch nichts mehr rollen soll, weil der BUND vor dem Verwaltungsgericht Berlin eine Klarstellung der Transportfirma Orano NCS erreicht habe. Dieses Urteil solle abgewartet werden. Das NRW-Innenministerium und Atomministerin Neubaur schweigen aber weiter dazu, alles sei ab sofort „Verschlusssache“. Die BI Ahaus, das Aktionsbündnis Stop Westcastor und das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen haben mit einem Brandbrief bei Herrn Reul nachgefragt, ob er noch zu seiner Aussage vom 6. November steht und wie es denn mit dem von der Gewerkschaft der Polizei bemängelten (weil nicht vorhandenen) Strahlenschutzkonzept aussieht… mehr hier

Am Tag nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts in Berlin rufen das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich sowie die BI „Kein Atommüll in Ahaus“ für jeweils 18 Uhr zu Mahnwachen vor dem Forschungszentrum in Jülich und vor dem Rathaus in Ahaus auf.

SPENDENKONTO

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Stichwort: "CastorStoppen"

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