#castor2025-TICKER
Ticker zum Protest gegen den Atommüll-Transport von der WAA Sellafield ins Zwischenlager Isar.
„Wir brauchen jetzt eine ehrliche und öffentliche Debatte darüber, wie wir die Sicherheit für die verlängerte Zwischenlagerung erhöhen können“, fordert der grüne Landtagsabgeordnete Martin Stümpfig aus Bayern in einer Pressemitteilung. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) habe zuletzt mehrfach einen Ausbau der Atomenergie gefordert, dabei jedoch keine Vorschläge für eine Lagerung des Atommülls genannt.
Diese Meldung auf t-online von heute 7:29 Uhr ist nicht richtig:
„Castor-Transport erreicht Wesermarsch“ – „Ein Castor-Transport mit hochradioaktivem Atommüll aus Großbritannien ist auf dem Weg nach Bayern – und hat bereits in Nordenham Station gemacht. Wie die britische Regierung und die Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) bestätigten, wurden die sieben Behälter am Mittwoch im Hafen von Barrow-in-Furness verladen und per Schiff in die Wesermarsch gebracht.“
Der Atommüll befindet sich aktuell und seit vorgestern Abend auf dem Weg nach Nordenham, vermutlich irgendwo nördlich von England. Eine genaue Positionsbestimmung ist nicht möglich, weil das Transportschiff „Pacific Grebe“ seine AIS-Kennung abgeschaltet hat. Mit einer Ankunft in Nordenham ist spätestens am kommenden Dienstag zu rechnen.
Auch die GNS bestätigt, dass die GREBE noch unterwegs ist und bisher nicht Nordenham erreicht hat.
Der Arbeitskreis Wesermarsch ruft zu Mahnwache/n auf:
- Samstag, 29.3.25, 16 Uhr Bahnhofsvorplatz Nordenham
- sollte das Schiff am 29.3. nicht in Nordenham eintreffen, rufen wir zu einer zweiten Mahnwache am Dienstag, 1.4.25, 16 Uhr auf.
Am Samstag, 29.03., ab 16:00 Uhr findet am Bahnhof Nordenham eine Protestkundgebung statt.
Anlass ist die erwartete Ankunft des Atommüllschiffs Pacific Grebe mit sieben Castorbehältern an Bord im Midgart-Hafen. Dort wurde bereits mit dem Aufbau des Verladekrans begonnen (siehe Foto, der blaue Gittermastkran im Hintergrund), mit dem die Behälter aus dem Schiff auf Bahnwaggons verladen werden.
Mit der Ankunft der Pacific Grebe in Nordenham rechnet das Protestbündnis spätestens am kommenden Dienstag.
Auf dem Güterbahnhof Hannover-Seelze wurden die leeren Castor-Waggons gesichtet. Die Transporthüllen stehen dort seit Dienstag und sollen morgen oder Samstag sehr früh in Richtung Nordenham starten.
Pressekontakt
Kerstin Rudek
Tel. 015902154831
Die Strecke durch Deutschland
HINTERGRUND
Statt nach Gorleben: Erster Castor-Transport nach Bayern steht bevor
Am 1. März hat der Genehmigungszeitraum für die ersten Castor-Transporte nach Bayern überhaupt begonnen. Bis Ende des Jahres müssen sieben Behälter mit hochradioaktivem Atommüll nach Niederbayern gebracht werden. Ziel dieser Transporte war ursprünglich Gorleben, bis sich im Rahmen des Atomausstiegs auf eine Umverteilung auf die Zwischenlagerhallen an den deutschen AKW geeinigt werden konnte.
Die Zwischenlagerhallen, in denen die Behälter dann geparkt werden, sind das nächste Sicherheitsproblem. Einst für 40 Jahre Betrieb gebaut und genehmigt endet dieser Zeitraum in Gorleben schon 2034. Die staatliche Betreiberbehörde BGZ will eine Verlängerung beantragen, möglicherweise geht es um Zeiträume bis 2140. Schon ganz am Anfang dieses Verfahrens sind „viele Fragen offen“, heißt es von der BI Lüchow-Dannenberg. Es werde deutlich, dass das Gefahrenpotential systematisch kleingeredet, neue Bedrohungslagen ignoriert und Transparenz sowie Öffentlichkeitsbeteiligung vernachlässigt werden.
mehr erfahren: Zwischenlager werden Jahrhundert-Lager.
Der hochradioaktive Atommüll in Deutschland muss deutlich länger zwischenlagern als ursprünglich geplant. Heimlich, still und leise werden aus Zwischenlagern Jahrhundertlager – obwohl Sicherheitsfragen ungeklärt sind.
Auch nach dem Abschalten der letzten deutschen AKW ist das Thema Atommüll noch lange nicht vom Tisch. Aber immerhin: Seit dem 15. April 2023 wächst der Atommüll-Berg aus dem Betrieb der deutschen Meiler nicht weiter (abgesehen von den Rückbau-Abfällen ...).
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