Urantransporte-Ticker
Alle deutschen Atomkraftwerke sind abgeschaltet. Trotzdem wird in Deutschland Brennstoff für AKW produziert. Nach Gronau und Lingen rollen regelmäßig Transporte:
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Das Uranschiff „Mikhail Dudin“ befindet sich aktuell erneut auf dem Weg nach Dünkirchen, die voraussichtliche Ankunft dort wird mit dem 18. September angegeben. An Bord befindet sich offensichtlich wieder angereichertes Uranoxid für Framatome in Frankreich. Möglicherweise macht das Schiff auf seinem Rückweg nach Russland einen Stopp in Rotterdam? Zuletzt entlud man dort Container mit Uran, die dann per LKW in die Brennelementefabrik in Lingen gebracht worden sind.
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Der BUND Niedersachsen hat gestern Klage gegen das Land Niedersachsen eingereicht und ficht damit die Genehmigung der Erweiterung der Brennelementefabrik in Lingen an. Die bundesweite Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt unterstützt die Klage mit umfangreicher fachlicher Expertise aus der jahrelangen Begleitung des Genehmigungsverfahrens. Die Organisationen kritisieren die geplante Kooperation mit dem russischen Staatskonzern Rosatom scharf und warnen vor geopolitischen Folgen. – mehr dazu hier
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Jülich, Ahaus, Gronau, Lingen: Castor-Pannen, Atommüll, Drohnen, Atom-Bomben, Spionage
Schweigen, Aussitzen, Hoffen – Eure Atompolitik versagt!Wir rufen zum Protest auf: Wir fordern von der Bundesregierung sowie den Landesregierungen in NRW und Niedersachsen eine Atompolitik, die langfristige Sicherheit zum Ziel hat, statt kurzfristige Symbolik und Augenwischerei. Ein vollständiger Atomausstieg und Energiewende müssen her, statt neue AKW in den Niederlanden oder Gaskraftwerke in Deutschland!
Schließt euch mit euren Vereinen, Gruppen, Parteiverbänden dem Aufruf an und geht mit uns am 17. Oktober in Ahaus auf die Straße!Start einer Fahrrad-Demo 10.30 Bahnhof Ahaus
Start einer Motorrad-Demo 10.30 Uhr Parkplatz “Am Stadtpark”
Auftakt-Kundgebung 11 Uhr am Rathaus Ahaus
Demos zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Motorrad
gemeinsame Abschluss-Kundgebung an der Castor-Transport-Strecke Schumacherring/ Teppich Janning
Live-Musik mit dem Duo “CaoTina” + Getränke, Gebäck, Gegrilltesweitere Infos: https://bi-ahaus.de/
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Der russische Atomfrachter „Mikhail Dudin“ ist gestern überraschend wieder in den Hafen von Rotterdam gefahren und liegt dort nun (Montagnachmittag) seit bereits fast 24 Stunden. Eigentlich war Dünkirchen das nächste Ziel – das ist bis jetzt nicht passiert. Wir sind gespannt, wie es mit dem Uranschiff weitergeht.
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Das Uranschiff „Mikhail Dudin“ hatte es gestern nach dem Abladen nicht mehr eilig – sie liegt seither vor dem Hafen von Rotterdam auf Reede und soll erst in vier Tagen noch mehr Uran aus Russland in Dünkirchen für die französische Brennelementefabrik abladen.
Von daher sieht alles danach aus, als wollten Framatome und Rosatom uns (und vielleicht auch der Bundesregierung) gestern schlichtweg zeigen, wie egal ihnen der Protest und auch schlechte Presse ist. Die Anlieferung zur Brennelementefabrik hätte problemlos auch einen Tag warten können…
Dagegen gibt es natürlich ein probates Mittel: Die Proteste in Lingen müssen wieder lauter und größer werden und auch die nächste Tour der „Mikhail Dudin“ oder der „Baltiyskiy 202“ entsprechend in Lingen begrüßt werden. Die Forderung an die Landesregierung in Hannover und die Bundesregierung: alle Urangeschäfte mit dem Kreml sofort unterbinden, die Brennelemente-Kooperation mit Rosatom stoppen und dann die Brennelementefabrik schließen.
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22:05 Uhr – Urantransport mit AKW-Brennstoff aus Russland erreicht Brennelementefabrik Lingen! Die AntiAtom-Mahnwache wird von einer Polizeikette abgeschirmt. Mit Polizeieskorte fahren zwei mit Containern beladene LKW auf das Gelände der Fabrik.
„Was wir heute erleben, ist ein erschreckendes Zeichen dafür, wie stark die Atomindustrie von der Kooperation mit dem Kreml abhängig ist – und auch die Bundesregierung billigt leider weiterhin diese Uranimporte und die Verarbeitung zu Brennelementen in Lingen“, kritisiert Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen in der WELT.
Aus dem Bundesumweltministerium heißt es heute, EU-weite Sanktionen auch für den Nuklearbereich seien „das geeignete Instrument“ gegen Russland – doch dafür habe es aber bisher keine Mehrheit gegeben. „Daher machen wir uns weiterhin dafür stark, dass es zu EU-Sanktionen gegen Russland im Nuklearbereich kommt“, so ein Ministeriumssprecher.
Die EU-Kommission kennt die Abhängigkeiten von russischen Uranlieferungen und die daraus resultierende Zurückhaltung vieler Mitgliedstaaten: Bereits im Mai 2025 wollte die Kommission konkrete Maßnahmen vorlegen, um russische Atomenergie schrittweise aus dem EU-Energiesystem zu verdrängen. Im August 2026 liegt aber noch immer kein Vorschlag auf dem Tisch. (aus: EU scheut Rosatom-Sanktionen, n-tv.de)
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21:30 Uhr – Nach der Kundgebung am Abend findet vor dem Brennelementewerk in Lingen weiterhin eine Protestmahnwache gegen die Anlieferung von Uran aus Russland statt. Aktuell nehmen 15 Menschen teil. Es wid damit gerechnet, dass Uran, welches heute Morgen in Rotterdam von einem Schiff entladen wurde, am späten Abend per LKW in Lingen ankommen wird.
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80 Atomkraftgegner:innen nehmen seit 18.00 Uhr an einer Kundgebung vor dem Werkstor der Brennelementefabrik in Lingen teil. Zuvor führte eine Radtour vom Marktplatz vor die Fabrik.
Ihre Forderung: „Shut down! Brennelementewerk schließen!“ Die Genehmigung der Anlage muss widerrufen werden wegen des Risikos durch Sabotage, Spionage und hybride Angriffe, Auflagen können diese Sicherheitsbedenken nicht ausräumen.
Die Genehmigung für den Ausbau der Brennelementefabrik Lingen unter Beteiligung der russischen Atombehörde Rosatom bestätigt erhebliche Risiken für die innere und äußere Sicherheit Deutschlands, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung. Danach besteht „ein abstrakt erhöhtes Risiko von Sabotage, Spionage und hybriden Aktionen durch Russland“, das im Rahmen der Kooperation ausdrücklich von dem „staatlich kontrollierten Unternehmen (TVEL/Rosatom)“ ausgeht. Zugleich stellt die Genehmigung fest, dass bereits „das Betreten der Anlage durch Angehörige der Firma TVEL/Rosatom ein potentielles Risiko“ darstellt. Trotzdem können Mitarbeiter*innen von Rosatom künftig Zugang zur Atomfabrik Lingen erhalten.
Dazu erklärt Bettina Ackermann von der bundesweiten Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:
„Die Genehmigung benennt die Sicherheitsrisiken selbst – und zwar konkret im Zusammenhang mit Rosatom. Trotzdem öffnet das niedersächsische Umweltministerium dem russischen Staatskonzern mit völlig unzureichenden Auflagen die Tür zur Brennelementefabrik. Das ist umso unverständlicher, weil ein atomrechtliches Gutachten von Prof. Dr. Gerhard Roller zeigt, dass der Bund das Vorhaben aus Gründen der inneren und äußeren Sicherheit Deutschlands hätte verhindern können. Der Staat hat die Pflicht, die Bevölkerung vor solchen Gefahren zu schützen. Statt dieser Verantwortung gerecht zu werden, überlässt er es Initiativen und Bürger*innen, ob sie gegen die Genehmigung klagen. Das ist ein politisches Armutszeugnis. Landes- und Bundesregierung müssen die Genehmigung widerrufen. Bis dahin geht unser Protest weiter.“
Wladimir Sliwyak, Alternativer Nobelpreisträger und Mitgründer der russischen Umweltorganisation Ecodefense, macht deutlich:
„Lingen droht zu einem North Stream mit Uran zu werden. Die Genehmigung, Rosatom Zugang zur Atomindustrie in Deutschland ermöglichen, kann dem Kreml Einfluss auf die kritische Infrastruktur in Deutschland und Europa verschaffen – und das zu einem Zeitpunkt, an dem Russland einen hybriden Krieg gegen Europa führt. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie der russische Staat operiert und Abhängigkeiten ausnutzt. Die jetzige Genehmigung ist deshalb ein großer strategischer und sicherheitspolitischer Fehler. Aber es ist noch nicht zu spät, die Richtung zu ändern und die Sicherheit der Bevölkerung in Deutschland und Europa an die erste Stelle zu rücken. Dass just heute wieder Uran aus Russland für Lingen eintreffen soll, unterstreicht, wie groß das nukleare Problem ist.“
Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen erklärt:
„Wir sehen mit großer Sorge die kollektive Weigerung in Bund und Land, Verantwortung für die nukleare Sicherheitspolitik zu übernehmen. Wie kann es sein, dass sowohl Niedersachsens Umweltminister Meyer als auch Bundesumweltminister Schneider wiederholt öffentlich vor dem Einstieg von Rosatom in die Brennelementefertigung in Lingen warnen, dann aber genau dieses Projekt schließlich durchwinken? Wie kann es sein, dass alle Sicherheitsexperten vor hybrider Kriegsführung warnen, im Emsland aber das Tor zur extrem sensiblen Brennelementefertigung für zahlreiche AKW in Europa wider besseren Wissens aufgestoßen wird? Und wie kann es sein, dass man sich mühsam aus der Abhängigkeit von russischem Gas und Öl befreit hat und sich jetzt in der Atompolitik genau in dieselbe Abhängigkeit begibt? Wir fordern deshalb eindringlich vom Bund und dem Land Niedersachsen, die Genehmigung für die Brennelemente-Kooperation zwischen Rosatom und Framatome im Emsland umgehend zu widerrufen und sämtliche Urangeschäfte mit dem Kreml zu beenden – nur das wäre sicherheitspolitisch nachhaltig.“
Organisationen kritisieren aktuellen Urantransport aus Russland
Heute morgen ist der russische Atomfrachter „Mikhail Dudin“ in Rotterdam eingetroffen. Dieser Atomfrachter beliefert regelmäßig die Framatome-Brennelementefabrik in Lingen mit angereichertem Uran aus Russland und transportiert Brennstäbe aus Lingen nach Kasachstan. Die Urangeschäfte von Framatome mit dem Kreml sind umfangreich – auch hier im Emsland und mit Billigung der Bundesregierung. Die Anti-Atom-Organisationen lehnen auch diese Urangeschäfte ab.
Hintergrundinformationen:
Hintergrund zum Rosatom-Einstieg in Lingen
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Seit 14.00 Uhr haben sich Aktivist:innen vor dem Brennelementewerk in Lingen zu einer Protest-Mahnwache versammelt. Aktueller Anlass ist ein Urantransport mit russischem Material für AKW-Brennstoff, der heute Abend in Lingen erwartet wird. Außerdem gilt der Protest der Ankündigung, dass der russische Staatskonzern Rosatom in die Brennelemente-Fertigung auf deutschem Boden einsteigen darf – um 17 Uhr ist eine Raddemo ab Marktplatz Lingen mit anschließender Kundgebung vor der Brennelementefabrik geplant.
Sollte der LKW mit den Urancontainer, die heute Morgen in Rotterdam von einem Schiff abgeladen worden sind, bis dahin nicht eingetroffen sein, wollen die Aktivist:innen länger vor dem Werkstor bleiben.
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Mit weniger Tiefgang als beim Anlegen hat das Uranschiff „Mikhail Dudin“ um 11.00 Uhr Rotterdam bereits wieder verlassen und nimmt Kurs auf Dünkirchen. Der Tiefgang wird aktuell mit 0,1 Meter weniger als vorher angegeben – es ist also etwas abgeladen worden.
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Das Uranschiff „Mikhail Dudin“ hat heute Morgen um 7.25 Uhr in Rotterdam angelegt. Die Verladung beginnt dann jetzt – Aktivist:innen sind sich ziemlich sicher, dass das Material zur Herstellung von AKW-Brennstoff heute per LKW zur Brennelementefabrik nach Lingen gebracht wird.
Wegen der Ankunft des Urantransports wurde ab 13.45 Uhr eine Mahnwache vor Framatome (Am Seitenkanal 1, Lingen) angemeldet. Um 17 Uhr ist eine Raddemo geplant, die am Marktplatz startet. Um 18 Uhr findet dann vor Framatome eine Kundgebung statt. Falls die Uran-LKW bis dahin noch nicht angekommen sind, wird sich der Protest bis zur Ankunft verlängern.
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Die EU einigt sich am Donnerstag auf neue Russland-Sanktionen. Einen Bereich klammert die Staatengemeinschaft nach wie vor aus: die russische Atomindustrie. Das nutzt Frankreich aus. Im Emsland darf ein französisches Unternehmen mit möglichen russischen Kriegsverbrechern Brennelemente fertigen. – mehr lesen auf n-tv.de
WORUM ES GEHT
Das niedersächsische Umweltministerium hat nach einem jahrelangen Verfahren am 22. Juli 2026 völlig widersinnig den Einstieg von Rosatom in die Brennelementefertigung in Lingen genehmigt. Offiziell haben sich Niedersachsens Umweltminister Meyer und auch das Bundesumweltministerium immer wieder gegen das Vorhaben des französischen Atomkonzerns Framatome ausgesprochen. Es gibt massive Sicherheitsbedenken gegen die Ausweitung der Brennelementeproduktion in Lingen unter Aufsicht von Rosatom. 2024 hatten deshalb 11 000 Menschen Einwendungen erhoben, die im November 2024 bei einem dreitägigen Erörterungstermin in Lingen diskutiert wurden. Dabei wurden zahlreiche gravierende Sicherheitsmängel der Atomkooperation deutlich. 2026 unterzeichneten dann 125 000 Menschen einen Online-Appell von .ausgestrahlt zur Verhinderung des Brennelemente-Projekts.
Framatome will mit dem technischen und personellen Know-How von Rosatom sechseckige „russische“ Brennelemente für sowjetisch-russische AKW in Osteuropa herstellen. Weil Framatome verschlafen hat, diese Brennelemente selbst mit eigenem Know-How herzustellen (wie dies US-Konkurrent Westinghouse geschafft hat), macht sich Framatome nun auch auf diesem Gebiet vom Kreml abhängig. Bei der Belieferung von Uran aus Russland ist die Abhängigkeit schon jetzt sehr groß, u. a. durch den Ausfall der Uranmine im Niger durch den russlandfreundlichen Putsch vor einigen Jahren. Und weil die Brennelemente-Kooperation mit Rosatom offensichtlich so brisant ist, lagert die französische Regierung die Abwicklung nach Deutschland ins Emsland – überhaupt nicht charmant!
Wir fordern eindringlich das sofortige Ende aller Urangeschäfte mit dem Kreml sowie die Rücknahme der Genehmigung für die Brennelemente-Kooperation zwischen Framatome und Rosatom in Lingen. Und natürlich sollte die Brennelementefabrik in Lingen ganz stillgelegt werden, da sie in Deutschland nach dem Atomausstieg völlig überflüssig ist und offensichtlich nur noch für sehr fragwürdige und hochriskante Atomgeschäfte gebraucht wird, die kein anderer bei sich abwickeln möchte. So wie bisher kann und darf es nicht weitergehen!!
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